100 Jahre Robert Rauschenberg: Wie New York und Hamburg den Revolutionär der Kunst feiern
Ella Wagner100 Jahre Robert Rauschenberg: Wie New York und Hamburg den Revolutionär der Kunst feiern
New York und Hamburg feiern den 100. Geburtstag von Künstler Robert Rauschenberg mit Performances, Ausstellungen und einer Welle der Nostalgie. Die Trisha Brown Dance Company präsentierte Dancing with Bob, eine Hommage an sein bahnbrechendes Schaffen und die avantgardistische Blütezeit der Stadt. Galerien und Museen zeigen zudem seine Fotografien, Collagen und Bühnenentwürfe – eine Rückkehr in eine Ära, als in verlassenen Hafenlagern die Kreativität gedieh.
Rauschenbergs Einfluss erstreckte sich über die bildende Kunst hinaus bis in die Performance. In den 1950er-Jahren entwarf er Bühnenbilder und Kostüme für die Tanzproduktionen von Merce Cunningham und schuf für eine davon sein erstes Combine – eine Mischung aus bemalten Flächen und gefundenen Objekten. Sein Ansatz war unruhig und experimentell: Oft änderte er die Bühnenbilder täglich und integrierte dabei weggeworfene Gegenstände von der Straße.
Die Fotografie spielte eine zentrale Rolle in seinem Werk. Seine Schnappschüsse fanden sich in Siebdrucken und Collagen wieder, vermischt mit Zeitungsausschnitten und Skizzen. Die Ausstellung Rauschenbergs New York im Museum of the City of New York beleuchtet diese Gewohnheit, Bilder als Rohmaterial zu sammeln. Gleichzeitig präsentiert das Guggenheim Museum in Rauschenberg: Elemente der Kunst das monumentale Barge, eine weitläufige Collage von 1963, die die hektische Energie der Stadt einfängt, in der sie entstand.
Dancing with Bob vereint seine Zusammenarbeit mit John Cage, Trisha Brown und Cunningham. Die Produktion würdigt nicht nur Rauschenberg, sondern auch den engen Kreis von Künstlern – darunter Jasper Johns, Ellsworth Kelly und Agnes Martin –, die New Yorks verfallene Piers in Ateliers verwandelten. Kritiker wie Jerry Saltz nennen ihn den innovativsten Künstler seiner Zeit, einen regelbrechenden Experimentator, der die moderne Kunst neu definierte.
Die Jubiläumsveranstaltungen rücken Rauschenbergs Vermächtnis in den Fokus – von seinen chaotischen Collagen bis zu seinem fließenden Werk im Theater. Seine Fähigkeit, Fotografie, Skulptur und Performance zu verschmelzen, wirkt bis heute nach. Die Feiern sind zugleich eine Erinnerung an ein verlorenes New York, in dem Kunst an den Rändern gedieh und Grenzen dazu da waren, überschritten zu werden.






