Apotheken kämpfen mit Verlusten bei privaten medizinischen Dienstleistungen
Clara HofmannApotheken kämpfen mit Verlusten bei privaten medizinischen Dienstleistungen
Deutsche Apotheken kämpfen darum, private medizinische Dienstleistungen (pDL) wirtschaftlich tragfähig zu gestalten. Ein neuer Bericht zeigt, dass mehr als die Hälfte von ihnen bei der Durchführung von Hypertonie-Risikobewertungen Verluste macht – trotz einer Vergütung von 11,20 Euro pro Test. Branchenverbände fordern nun dringend Reformen bei der Finanzierung und den Förderstrukturen.
Die Freie Apothekerschaft (FA) bestätigt, dass Apotheken über die nötige Fachkompetenz verfügen, um pDL-Leistungen professionell anzubieten. Doch die niedrigen Erstattungssätze decken oft nicht einmal die tatsächlichen Kosten. Nur etwa jede dritte Apotheke erwirtschaftet mit diesen Untersuchungen Gewinne, während ein 537-Millionen-Euro-Fonds weitgehend ungenutzt bleibt.
Neben den finanziellen Hürden sehen sich Apotheken mit Personalmangel und hohem Verwaltungsaufwand konfrontiert. Platzengpässe und Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen verschärfen die Situation. Zwar steigt die Abrechnung von pDL-Leistungen, doch die Nachfrage seitens der Patienten bleibt schwach – was das Wachstum bremst.
Der Deutsche Apothekerverband (DAV) drängt auf höhere Vergütungen für pDL-Leistungen, um die langfristige Machbarkeit zu sichern. Ohne Anpassungen, so die Warnung, könnten viele Apotheken ihr Angebot reduzieren oder ganz einstellen.
Das aktuelle System führt dazu, dass die meisten Apotheken bei zentralen pDL-Leistungen Verluste machen. Die Politik steht unter Druck, die Vergütungsregeln zu reformieren und logistische Hindernisse abzubauen. Ohne Gegenmaßnahmen droht nicht nur der 537-Millionen-Fonds ungenutzt zu bleiben, sondern auch die flächendeckende Verfügbarkeit dieser Dienstleistungen zu schrumpfen.