ARD-Literatursendung Druckfrisch in der Sexismus-Debatte: Warum Denis Schecks Kritik polarisiert
Maximilian SchmidtARD-Literatursendung Druckfrisch in der Sexismus-Debatte: Warum Denis Schecks Kritik polarisiert
Die Literatursendung Druckfrisch des ARD gerät wegen angeblich sexistischer Äußerungen ihres Moderators Denis Scheck in die Kritik. Auslöser der Debatte war seine abwertende Besprechung von Büchern zweier Autorinnen in einer Ende März ausgestrahlten Folge. Beide Schriftstellerinnen sowie weitere öffentliche Stimmen haben seitdem seine Rezensionsmethode scharf verurteilt.
Am 29. März hatte Scheck in seiner gewohnt direkten Art Werke von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy besprochen. Passmanns Buch ließ er – wie bei ihm üblich – durch eine Rutsche in den Mülleimer gleiten, ein symbolischer Akt für Titel, die er ablehnt. Passmann warf ihm daraufhin Sexismus vor, während von Kürthy mit einem Essay auf seine pauschale Abwertung ihrer Texte reagierte.
Die Literaturkritikerin Elke Heidenreich verurteilte Schecks Vorgehen und hinterfragte, warum der ARD solche Rezensionsformen unterstützt. Scheck verteidigte sich mit dem Argument, seine Kritik richte sich ausschließlich gegen die Bücher, nicht gegen die Autorinnen oder deren Leserschaft. Er bestehe darauf, dass seine Bewertungen allein literarische Qualität zum Maßstab hätten.
Der Sender ARD wies unterdessen Vorwürfe einer geschlechtsspezifischen Voreingenommenheit zurück. In einer Stellungnahme betonte der Rundfunk, dass Frauenfeindlichkeit in Druckfrisch keinen Platz habe, und bekräftigte sein Bekenntnis zu einer fairen literarischen Auseinandersetzung.
Die Kontroverse wirft nun Fragen nach dem Umgang des ARD mit Literaturkritik auf. Während Scheck an seiner Methode festhält, bleiben die betroffenen Autorinnen bei ihrer Kritik. Der Sender beharrt darauf, dass seine Bewertungen neutral erfolgen – unabhängig vom Geschlecht der Autor:innen.






