Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch lokale Kultfiguren – von Trachten bis zum Wärschtlamo
Clara HofmannWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Verkehrslampen-Motive im Aufwind - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch lokale Kultfiguren – von Trachten bis zum Wärschtlamo
Mehrere bayerische Städte tauschen Standard-Ampelmännchen gegen lokale Kultfiguren aus
Von traditionellen Trachten bis zu historischen Persönlichkeiten – die neuen Fußgängerampeln verleihen Alltagsüberquerungen einen kulturellen Touch. Der Trend stößt auf Begeisterung, löst aber auch Debatten über Sicherheit und Kosten aus.
Dachau gehörte zu den ersten Städten, die thematische Ampeln einführten: Sie zeigen Figuren in bayerischer Tracht. Aufgrund der positiven Resonanz der Bürger plant die Stadt nun, ihre Zahl zu erhöhen. Die Schablonen kosten jeweils 300 Euro, hinzu kommen Gebühren für den Grafikdesigner.
In der Nähe kämpfte Hof für seine eigene Version, die den beliebten Würstchenverkäufer Wärschtlamo zeigt. Zunächst abgelehnt, erhielt das Projekt grünes Licht, nachdem die örtliche SPD-Fraktion die 3.000 Euro übernahm. Seine vertraute Silhouette signalisiert nun, wann die Straße sicher überquert werden kann.
Andere Städte setzten das Konzept mit eigenen Symbolen um: Nürnbergs Ampeln zeigen Albrecht Dürers Feldhasen, der beim Grünlicht hüpft. Deggendorf entschied sich für eine Frau, die Knödel wirft, während Straubing den Bruder Straubinger, eine lokale Mönchsfigur, abbildet. München verfügt über drei Pumuckl-Ampeln, inspiriert von der frechen fiktiven Figur. Augsburgs Kasperl-Figur nahe dem Theater erforderte sogar eine Sondergenehmigung der Schwäbischen Regionalregierung.
Das bayerische Innenministerium bevorzugt jedoch Standarddesigns. Beamte argumentieren, dass unkonventionelle Signale Fußgänger verwirren könnten, und lehnen es ab, Ampeln für soziopolitische Botschaften zu nutzen. Trotzdem setzten Städte wie Trier und Friedberg bereits 2018 mit Ampeln, die Karl Marx und Elvis Presley zeigen, Präzedenzfälle.
Die thematischen Ampeln verbreiten sich weiter in Bayern und verbinden regionalen Stolz mit alltäglicher Infrastruktur. Während manche Städte auf bürokratische Hürden stoßen, treiben andere die Projekte in Eigenregie voran. Die Diskussion über Sicherheit und Tradition bleibt bestehen – doch fürs Erste können Fußgänger die Straßen unter den wachsamen Blicken regionaler Ikonen überqueren.






