25 April 2026, 04:06

Berliner Gericht verurteilt Betrug mit Millionen im Gesundheitssystem

Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen anprangert, die Familien monatlich Hunderte Dollar kosten können.

Berliner Gericht verurteilt Betrug mit Millionen im Gesundheitssystem

Ein Berliner Gericht hat zwei Männer, die in einen Bestechungs- und Betrugsskandal innerhalb des städtischen Gesundheitssystems verwickelt waren, zu Bewährungsstrafen verurteilt. Im Mittelpunkt des Falls standen manipulierte Patientenakten und Millionenbeträge an veruntreuten Geldern. Beide Angeklagten gestanden ihre Rolle in den illegalen Absprachen, die sich über ein Jahrzehnt erstreckten.

Die Ermittlungen begannen, nachdem die Behörden 2015 Beweise für gefälschte medizinische Diagnosen entdeckt hatten. Die beiden Angeklagten – ein 62-jähriger ehemaliger Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (KV Berlin) und ein 46-jähriger Mitarbeiter einer gesetzlichen Krankenkasse – hatten rückwirkend Diagnosecodes geändert, ohne die behandelnden Ärzte zu konsultieren. Durch diese Manipulationen konnte die Krankenkasse überhöhte Erstattungen einfordern, was zu rund 85 Millionen Euro an zu Unrecht ausgezahlten Geldern führte.

Der ehemalige KV-Vorstand erhielt von seinen Mittätern Datenspeicher mit den relevanten Informationen und genehmigte die Änderungen. Später bezeichnete er das System als eine "willkommene Gelegenheit", die Finanzen der Vereinigung aufzubessern und der Krankenkasse gleichzeitig einen Gefallen zu tun. Der Krankenkassenmitarbeiter hingegen sah in der Absprache eine Chance, seine Karriere voranzutreiben.

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Zusätzliche Vorwürfe zu ähnlichen Machenschaften im Jahr 2014 wurden geprüft, letztlich jedoch nicht bestätigt. Das Gericht urteilte, dass beiden Männern bewusst war, dass ihre Handlungen gegen geltende Vorschriften verstießen – darunter auch solche ihrer eigenen Aufsichtsorgane.

Der ehemalige KV-Vorstand erhielt eine zehnmonatige Bewährungsstrafe wegen Bestechlichkeit. Sein Mittäter, der Krankenkassenmitarbeiter, wurde zu einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt. Der Fall unterstreicht die finanziellen Risiken und regulatorischen Verstöße, die mit unbefugten Änderungen in medizinischen Abrechnungsdaten einhergehen.

Quelle