27 March 2026, 00:07

Betriebssicherheit reformiert: Weniger Fachkräfte, mehr Risiko für KMU?

Balkendiagramm, das die Anzahl und Rate von tödlichen Arbeitsunfällen nach Branche im Jahr 2010 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Betriebssicherheit reformiert: Weniger Fachkräfte, mehr Risiko für KMU?

Der Deutsche Bundestag hat eine Reform verabschiedet, die die Beschäftigtengrenzen für die Bestellung von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit anhebt. Die Änderung soll kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entlasten, wirft jedoch gleichzeitig Bedenken hinsichtlich des Arbeitsschutzes auf. Nach den neuen Regeln müssen weniger Betriebe eigene Sicherheitsfachkräfte vorhalten.

Bisher war jedes Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitenden verpflichtet, eine Sicherheitsfachkraft zu benennen. Künftig sind Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten von dieser Pflicht befreit – sofern sie nicht in Hochrisikobranchen tätig sind. Größere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitenden können ihre Zahl der Sicherheitsbeauftragten zudem auf eine einzige Person reduzieren.

Durch die Reform sollen KMU jährlich rund 135 Millionen Euro einsparen. Befürworter argumentieren, dass dies die finanzielle Belastung verringere und die Effizienz insbesondere von wirtschaftlich angeschlagenen Betrieben steigere. Kritiker – darunter Abgeordnete der Grünen und der Linken – warnen jedoch, dass weniger Sicherheitsfachkräfte zu mehr Arbeitsunfällen führen könnten.

Fachleute fordern eine genaue Beobachtung der Auswirkungen. Sie betonen, dass nachgebessert werden müsse, falls sich die Arbeitssicherheit verschlechtere. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Abwägung zwischen wirtschaftlichen Vorteilen und dem Erhalt sicherer Arbeitsbedingungen.

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Die neuen Schwellenwerte sind bereits in Kraft getreten und entlasten tausende Unternehmen von bürokratischem Aufwand. Während die Reform finanzielle Erleichterungen bringt, bleibt ihre langfristige Wirkung auf die Arbeitssicherheit umstritten. Die Behörden werden in den kommenden Jahren die Unfallzahlen und die Einhaltung der Vorschriften genau überwachen.

Quelle