19 June 2026, 10:03

BGH entscheidet über Schufa-Transparenz: Wie detailliert müssen Scoring-Daten sein?

Schufa vor Gericht: Ein veralteter Streit - Mit Konsequenzen für die Zukunft der KI

BGH entscheidet über Schufa-Transparenz: Wie detailliert müssen Scoring-Daten sein?

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung in einem zentralen Fall zur Datentransparenz, der die Schufa betrifft. Das Gericht muss klären, wie detailliert die Auskunftei in Datenkopien nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Auskunft erteilen muss. Das Urteil könnte weitreichende Folgen dafür haben, wie automatisierte Scoring-Systeme Verbrauchern Informationen offenlegen müssen.

Im März 2023 führte die Schufa ein neues Scoring-Modell ein, das auf einer Skala von 100 bis 999 basiert und zwölf definierte Kriterien umfasst. Dieses System ermöglicht es Verbrauchern, nachzuvollziehen, welche Faktoren ihre Bonitätsbewertung beeinflussen, und diese leichter zu überprüfen. Die Auskunftei plant, das alte Modell bis Ende 2028 vollständig durch das neue System zu ersetzen.

Fünf Kläger haben die aktuellen Auskünfte der Schufa angefochten mit der Begründung, diese seien nicht ausreichend detailliert. Das Oberlandesgericht Dresden hatte zuvor entschieden, dass Verbraucher die zentralen Faktoren und deren Gewichtung hinter ihren Scoring-Werten nachvollziehen können müssen. Nun muss der BGH prüfen, ob die bisherigen Angaben der Schufa den DSGVO-Anforderungen an Transparenz bei automatisierten Entscheidungen genügen.

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Das Urteil wird die Pflichten bei datenbasierten Bewertungen nach der DSGVO konkretisieren. Zudem setzt es einen Präzedenzfall dafür, wie viel Einblick Verbraucher in algorithmische Scoring-Verfahren erhalten sollten. Die Entscheidung könnte künftige Transparenzanforderungen für ähnliche Systeme maßgeblich prägen.

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