05 April 2026, 01:01

Bundesbank-Chef Nagel fordert Euro-Stablecoins gegen US-Dollar-Dominanz in Europa

Eine Grafik der Euro-Geldpolitik mit farbcodierten Stufen und begleitendem Text mit weiterer Information.

Bundesbank-Chef Nagel fordert Euro-Stablecoins gegen US-Dollar-Dominanz in Europa

Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, hat sich für die Einführung von auf den Euro lautenden Stablecoins ausgesprochen, um grenzüberschreitende Zahlungen zu verbessern. Gleichzeitig warnte er, dass eine Vorherrschaft von US-Dollar-gedeckten Alternativen die geldpolitische Unabhängigkeit Europas gefährden könnte. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die EU die Pläne für einen digitalen Euro vorantreibt.

Nagel betonte die Vorteile von Stablecoins für Unternehmen und Verbraucher bei internationalen Transaktionen. Euro-gestützte Varianten könnten seiner Meinung nach die Kosten senken und Zahlungen über Grenzen hinweg beschleunigen. Unklar blieb jedoch, wie diese Vermögenswerte in das bestehende Finanzregelwerk der EU integriert werden oder mit dem digitalen Euro zusammenwirken sollen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) arbeitet bereits am digitalen Euro, der als erstes europaweites Einzelhandelszahlungssystem vollständig auf europäischer Infrastruktur basieren wird. Nagel hatte sich zuvor für eine staatlich gestützte Digitalwährung ausgesprochen, um die finanzielle Widerstandsfähigkeit Europas zu stärken. Die Bundesbank ihrerseits hat erste Forschungsarbeiten zu einer Großhandels-Version einer Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) durchgeführt.

Nagel äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der wachsenden Macht von US-Dollar-Stablecoins. Sollten diese eurobasierte Alternativen verdrängen, könnte die Fähigkeit der EU, ihre eigene Geldpolitik zu steuern, geschwächt werden, warnte er. Langfristig drohe dadurch auch ein Verlust an wirtschaftlicher Souveränität Europas.

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Die Debatte um Stablecoins hält an, während die EU die Einführung des digitalen Euro vorbereitet. Nagels Unterstützung für eurogebundene Varianten spiegelt die allgemeinen Bestrebungen wider, die finanzielle Kontrolle in Europa zu behalten. Ohne klarere Regulierungen bleiben jedoch Fragen offen, wie diese Vermögenswerte neben den bestehenden Währungssystemen funktionieren sollen.

AKTUALISIERUNG

New insights into Euro stablecoin challenges and ECB progress

Recent developments highlight the regulatory landscape for Euro stablecoins and the digital euro.

  • US President Trump signed a bill regulating payment stablecoins, posing a challenge to Euro-based alternatives.
  • The ECB's digital euro project aims for a 2029 rollout, with key agreements on customer limits.
  • S&P forecasts Euro stablecoins could reach €570 billion by 2030, indicating systemic scale.