Denkmal in Halle (Saale) droht der Verfall – wer rettet die "Grüne Tanne"?
Ella WagnerDenkmal in Halle (Saale) droht der Verfall – wer rettet die "Grüne Tanne"?
Historisches Gebäudeensemble in Halle (Saale) verfällt zusehends
Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex an der Ecke Mansfelder Straße/Tuchrahmen in Halle (Saale) befindet sich in einem dramatischen Zustand. Die zur Anlage gehörende Gaststätte „Grüne Tanne“ steht seit Jahren leer, die Fassade ist mit Graffiti übersät und von Wildwuchs überwuchert. Der angrenzende Gehweg bleibt aus Sicherheitsgründen gesperrt, nachdem ein Brand die Bausubstanz so stark geschwächt hat, dass Einsturzgefahr besteht.
Der Verfall der Immobilie verschärfte sich, als der Projektentwickler Norsk Insolvenz anmelden musste. Ursprünglich sollte das Gelände saniert werden – mit einer Restaurierung der historischen Bauten, dem Neubau moderner Gebäude und dem Bau einer Tiefgarage. Doch das Vorhaben liegt nun vollständig auf Eis.
Seit Monaten verhandelt die Stadt mit dem Insolvenzverwalter. René Rebenstorf, Leiter des Bauamts, räumte ein, dass die Lage kritisch sei und nur langsame Fortschritte erzielt würden. Mittlerweile hat sich ein auf Denkmalsanierung spezialisiertes Unternehmen gemeldet, das bereit ist, das Grundstück zu erwerben und die bestehenden Gebäude zu restaurieren – allerdings ohne Neubauten.
Die „Grüne Tanne“ steht bereits seit 15 Jahren auf der „Roten Liste“ der vom Verfall bedrohten Kulturdenkmäler der Stadt. Die Sperrung des Gehwegs erfolgte nach dem Brand, der das Mauerwerk instabil werden ließ und die Einsturzgefahr erhöhte.
Nun leitet die Stadt rechtliche Schritte gegen den insolventen Eigentümer ein. Gleichzeitig prüft sie Notfallmaßnahmen, um den Gehweg wieder freizugeben. Ein potenzieller Käufer könnte das Gelände retten – doch solange die Verhandlungen andauern, bleibt der Ausgang ungewiss.






