Deutsche Bahn startet radikale Reformen unter neuer Chefin Evelyn Palla
Ella WagnerDeutsche Bahn startet radikale Reformen unter neuer Chefin Evelyn Palla
Deutsche Bahn AG kündigt umfassende Umstrukturierung unter neuer Chefin Evelyn Palla an
Bei ihrer ersten Jahrespressekonferenz am Freitag präsentierte die neue Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla weitreichende Reformpläne für die Deutsche Bahn: Stellenabbau, Umbesetzungen in der Führungsetage und den Kurs auf langfristige Rentabilität.
Trotz eines leichten Umsatzanstiegs bleibt das Unternehmen in finanziellen Turbulenzen – im vergangenen Jahr verbuchte die Bahn einen Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro. Palla hatte das Amt mit einem klaren Auftrag angetreten: die Effizienz der Deutschen Bahn zu steigern. Zu ihren ersten Maßnahmen zählte die Verkleinerung des Vorstands sowie die Abschaffung einer Führungsebene im Topmanagement. Weitere Umstrukturierungen sollen im Laufe des Jahres 2024 folgen.
Besonders betroffen ist der Logistikbereich: Bei DB Cargo sollen 6.200 Stellen gestrichen werden. Palla bezeichnete die Pläne als notwendige "Verschlankung", um nachhaltige Gewinne zu sichern. Zwar verbesserte sich das operative Ergebnis um 630 Millionen auf 297 Millionen Euro, doch durch hohe Abschreibungen im Fernverkehr bleibt das Unternehmen in den roten Zahlen.
Der Umsatz stieg zwar um drei Prozent auf rund 27 Milliarden Euro, doch Palla dämpfte die Erwartungen an künftige Erträge. Großprojekte wie die bis 2036 geplanten Infrastrukturmodernisierungen werden die Finanzen weiter belasten. Zudem verschob sie die Bekanntgabe eines neuen Eröffnungstermins für den Stuttgarter Hauptbahnhof ("Stuttgart 21") auf den Sommer.
Unterdessen fordert Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder eine zuverlässigere Bahn. Seine Vorschläge zielen auf eine bessere Pünktlichkeit im gesamten Netz ab.
Unter Pallas Führung steht die Deutsche Bahn vor tiefgreifenden Veränderungen. Stellenstreichungen, Personalrochaden und verzögerte Projekte werden die kommenden Jahre prägen – im Fokus stehen finanzielle Stabilität und operative Effizienz.






