12 March 2026, 18:07

Deutsche Nationalbibliothek Leipzig kämpft mit akutem Platznotstand – Digitalisierung als Rettung?

Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte, umgeben von Illustrationen und Text, strahlt einen klassischen und zeitlosen Look aus.

Kein Erweiterungsbau für die Deutsche Nationalbibliothek - Deutsche Nationalbibliothek Leipzig kämpft mit akutem Platznotstand – Digitalisierung als Rettung?

Die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig steht vor akutem Platzmangel

Die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig kämpft mit einem schweren Lagerraumengpass. Verlage müssen nach geltendem deutschen Recht derzeit noch zwei physische Exemplare jeder Veröffentlichung abliefern – doch diese Regelung könnte bald Geschichte sein. Kulturminister Wolfram Weimer setzt sich für einen Wechsel zu digitalen Einreichungen ein, um die überlasteten Kapazitäten der Bibliothek zu entlasten.

Seit Jahren schreibt das Gesetz (§ 16 DNbG) vor, dass Verlage zwei Exemplare jeder Veröffentlichung abgeben müssen – eines für den Standort Leipzig, eines für Frankfurt. Dies gilt sowohl für physische als auch für digitale Werke. Doch in Leipzig ist der Lagerraum nun nahezu erschöpft, sodass die Bibliothek gezwungen ist, Bestände in die Frankfurter Zweigstelle auszulagern.

Pläne für einen groß angelegten Ausbau in Leipzig, der langfristig Abhilfe hätte schaffen sollen, wurden verworfen. Rund sieben Millionen Euro waren bereits in die Projektplanung geflossen, bevor die Entscheidung fiel. Die Bibliothek kritisierte die Streichung der Ausbaupläne und warnte, dass auch alternative Lösungen mit Kosten verbunden seien.

Kulturminister Wolfram Weimer schlägt vor, die Ablieferungspflicht auf nur noch ein Exemplar zu reduzieren – vorzugsweise in digitaler Form. Trotz seiner Bemühungen stehen jedoch noch keine offiziellen Gesetzesänderungen in Aussicht. Bis auf Weiteres bleibt es bei der bisherigen Regelung mit zwei Pflichtexemplaren.

Ohne den geplanten Ausbau bleibt der Standort Leipzig weiter mit begrenztem Platz konfrontiert. Verlage müssen weiterhin zwei physische Exemplare jedes Werks einreichen, doch ein Umstieg auf digitale Ablieferungen könnte die Belastung langfristig verringern. Bis dahin bleibt der Bibliothek nichts anderes übrig, als Bestände nach Frankfurt zu verlagern und auf mögliche Reformen des Depositgesetzes zu warten.

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