Deutschland senkt Luftverkehrsabgabe – doch Passagiere profitieren kaum davon
Clara HofmannDeutschland senkt Luftverkehrsabgabe – doch Passagiere profitieren kaum davon
Deutschland senkt ab dem 1. Juli 2023 die Luftverkehrsabgabe, um angeschlagene Airlines und Flughäfen zu entlasten. Die Maßnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Reisesektor mit stark gestiegenen Energiekosten und höheren Ticketpreisen zu kämpfen hat. Beamte warnen jedoch, dass die Steuerentlastung für Passagiere kaum spürbar sein dürfte.
Ziel der Senkung ist es, zu verhindern, dass deutsche Flughäfen und Fluggesellschaften weiter an Boden gegenüber ausländischen Konkurrenten verlieren. Die hohen Kerosinpreise belasten die gesamte Branche – nicht nur heimische Anbieter. Anja Karliczek, Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag, bezeichnete die Lage als branchenweite Herausforderung und nicht als Wettbewerbsverzerrung zugunsten einzelner Mitbewerber.
Sie betonte die Bedeutung starker Drehkreuze, um sowohl Geschäfts- als auch Urlaubsreisen aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig räumte die CDU-Politikerin ein, dass die Steuersenkung die durch die Energiekrise getriebenen explodierenden Ticketpreise voraussichtlich nicht ausgleichen werde. Zudem verwies sie auf die anhaltenden tiefgreifenden Schwierigkeiten, mit denen Airlines und Flughäfen konfrontiert seien.
Trotz der bevorstehenden Steuerermäßigung müssen Reisende weiterhin mit steigenden Flugpreisen rechnen. Die Maßnahme zielt primär auf die Wettbewerbsfähigkeit der Branche ab – nicht auf direkte Ersparnisse für Verbraucher. Die Fluggesellschaften werden weiterhin mit hohen Spritkosten und dem allgemeinen wirtschaftlichen Druck kämpfen.






