15 March 2026, 00:05

Europas Rüstungsboom erreicht 2025 neue Rekordhöhen durch globale Konflikte

Ein Plakat, das das US-Handelsdefizit nach Ländern in Milliarden US-Dollar zeigt, mit einer diagrammatischen Darstellung aus farbigen Kreisen und begleitendem Text.

Europas Rüstungsboom erreicht 2025 neue Rekordhöhen durch globale Konflikte

Weltweite Konflikte treiben die Militärausgaben auf Rekordniveaus – an der Spitze dieser Entwicklung steht Europa mit einem deutlichen Anstieg der Rüstungsinvestitionen. Auch Österreichs Waffenindustrie verzeichnet Wachstum: Die Exporte im Sicherheitsbereich erreichten 2025 fast 4 Milliarden Euro. Gleichzeitig melden große Hersteller wie Rheinmetall starke Umsatzsteigerungen angesichts der wachsenden Nachfrage nach Waffen und Verteidigungssystemen.

Der Krieg in der Ukraine, der nun im vierten Jahr andauert, sowie die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten haben die Rüstungsbudgets weltweit in die Höhe getrieben. Russlands Wirtschaft hat sich vollständig auf die Kriegsproduktion umgestellt, während europäische Staaten ihre Ausgaben in diesem Jahr um elf Prozent erhöhen, um ihre Verteidigungsfähigkeiten zu stärken.

Die Rüstungsbranche expandiert rasant. Der deutsche Verteidigungskonzern Rheinmetall verzeichnete 2025 einen Umsatzanstieg von 29 Prozent und rechnet für 2026 mit einem Wachstum von bis zu 45 Prozent. Um die Nachfrage zu bedienen, plant das Unternehmen, 10.000 neue Mitarbeiter einzustellen, und arbeitet mit Start-ups und Politik zusammen, um Innovationen zu beschleunigen.

Auch österreichische Rüstungsunternehmen profitieren vom Boom. Der in Wiener Neustadt ansässige Hersteller Schiebel sicherte sich kürzlich zwei Großaufträge der griechischen und kanadischen Marine. Die sicherheitsrelevanten Exporte des Landes erreichten 2025 ein Volumen von 3,944 Milliarden Euro – ein Zeichen für den allgemeinen Trend steigender Waffenexporte.

Trotz der starken Forschungsleistung Europas, die international oft als vorbildlich gilt, tut sich der Kontinent schwer damit, wissenschaftliche Fortschritte in marktfähige Verteidigungsprodukte umzuwandeln. Während die USA in den letzten zehn Jahren rund 70 Milliarden Dollar in Rüstungs-Start-ups investierten, brachte Europa es lediglich auf 7 Milliarden Euro. Experten nennen zersplitterte Märkte, Unterfinanzierung und eine schwache Start-up-Kultur als Hauptgründe für diese Rückstände.

Angesichts der höchsten Zahl bewaffneter Konflikte seit Jahrzehnten fahren die Verteidigungsindustrien in Europa und darüber hinaus ihre Produktion hoch. Österreichs Waffenhersteller sichern sich neue Verträge und Exportgeschäfte, während Unternehmen wie Rheinmetall ihre Belegschaft ausbauen, um Schritt zu halten. Der Anstieg der Militärausgaben zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung – die Staaten setzen weiterhin auf militärische Abschreckung und Verteidigung.

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