03 April 2026, 20:07

Experten zweifeln an Merz' Prognose zur Rückkehr syrischer Staatsbürger

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien, auf der Daten zu Binnenvertriebenen aufgrund von Gewalt angezeigt werden, begleitet von Text und Grafiken.

Experten zweifeln an Merz' Prognose zur Rückkehr syrischer Staatsbürger

Die Zahl der syrischen Staatsbürger in Deutschland steigt seit 2015 kontinuierlich an. Offizielle Zahlen zeigen, dass im August 2025 etwa 950.000 Syrer im Land lebten – ein Anstieg gegenüber rund 367.000 Ende 2015. Dieser Zuwachs hat die Debatte über ihre langfristige Präsenz in Deutschland neu entfacht.

Bundeskanzler Friedrich Merz behauptete kürzlich, dass 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb der nächsten drei Jahre in ihre Heimat zurückkehren würden. Experten jedoch zweifeln daran, ob dieses Ziel realistisch oder überhaupt ratsam ist.

Die syrische Bevölkerung in Deutschland hat sich seit dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung 2015 mehr als verdoppelt. Allein zwischen 2024 und 2025 stieg ihre Zahl von etwa 940.000 auf über 950.000 an. Diese Entwicklung spiegelt einen stetigen Anstieg über das letzte Jahrzehnt wider.

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Merz' Prognose einer massenhaften Rückkehr stößt auf Skepsis. Geraldine Dany-Knedlik vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält einen derartigen Exodus für unwahrscheinlich. Gleichzeitig warnt sie, dass selbst eine teilweise Abwanderung die demografischen Herausforderungen verschärfen könnte – besonders vor dem Hintergrund der ohnehin stockenden Wirtschaftsentwicklung Deutschlands.

Ökonomen verweisen auf die Risiken, eine etablierte Arbeitskraft zu verlieren. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut betont, dass viele Syrer mittlerweile in den Arbeitsmarkt integriert sind. Ihr Weggang würde die Produktionskapazität Deutschlands verringern und spürbare wirtschaftliche Rückschläge mit sich bringen, insbesondere in Branchen mit Fachkräftemangel.

Die Diskussion über eine Rückkehr der Syrer fällt in eine Phase, in der Deutschland mit einer alternden Bevölkerung und schwachem Wachstum kämpft. Ein spürbarer Rückgang an zugewanderten Arbeitskräften könnte Schlüsselsektoren und öffentliche Dienstleistungen belasten. Ob Merz' Vorhersage realisierbar ist, bleibt vorerst ungewiss – Experten warnen jedenfalls vor den möglichen Folgen einer raschen Abwanderung.

Quelle