19 June 2026, 20:03

FDP in der Krise: Streit um Junge Freiheit spaltet die Partei

Aus der Debatte zurückgezogen

FDP in der Krise: Streit um Junge Freiheit spaltet die Partei

Die Freie Demokratische Partei (FDP) steht vor wachsenden inneren Spannungen. Ein jüngster Streit zwischen Parteimitgliedern hat tiefere Gräben in Fragen der Medienpräsenz und der politischen Strategie offenbart. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht ein Interview, das FDP-Generalsekretär Martin Hagen der Jungen Freiheit gab – einem Blatt, das häufig mit Sympathisanten der AfD in Verbindung gebracht wird.

Die liberale Wissenschaftlerin Sabine Döring sagte eine geplante Debatte mit Martin Hagen bei der Friedrich-Naumann-Stiftung ab. Den Anlass dafür gab Hagens Gespräch mit der Jungen Freiheit, einer Zeitung, die für ihre ausführliche Berichterstattung über die AfD und deren Wählerkreis bekannt ist. Döring begründete ihren Rückzug damit, dass sie als Wissenschaftlerin und Liberale nicht mit dem Medium in Verbindung gebracht werden wolle.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In seinem Interview kritisierte Hagen den Rückgang der politischen Debattenkultur in Deutschland. Zwar übt er scharfe Kritik an der AfD – doch die Zeitung konfrontierte ihn mit hartnäckigen Fragen. Paradoxerweise führten ausgerechnet seine Äußerungen dazu, dass Döring die Debatte absagte: Ein gemeinsamer Auftritt mit ihm würde, so ihre Begründung, an die Wähler das falsche Signal senden.

Die Probleme der FDP beschränken sich jedoch nicht auf diesen Vorfall. Bei der Bundestagswahl 2025 wechselten fast 900.000 ehemalige FDP-Wähler zur AfD. Auch andere FDP-Politiker haben bereits in der Jungen Freiheit publiziert, was die Sorgen über den Kurs der Partei weiter schürt.

Dörings Rückzug von der Debatte soll nicht nur Distanz zu Hagens Vorgehen signalisieren, sondern auch dessen Unterstützung untergraben. Die existenzielle Krise der FDP vertieft sich angesichts von Wählerverlusten und internen Streitigkeiten darüber, wie mit umstrittenen Medienplattformen umgegangen werden soll.

Quelle