GDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn als "Geldwäschmaschine" und fordert radikale Reformen
Maximilian SchmidtGDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn als "Geldwäschmaschine" und fordert radikale Reformen
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihr finanzielles Missmanagement kritisiert. Er bezeichnete die komplexen Strukturen des Unternehmens als "Geldwäschmaschine" und forderte dringende Reformen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla umfassende Umstrukturierungspläne vorantreibt.
Reißen warf der Bahn vor, ein übermäßig kompliziertes Netz aus Tochtergesellschaften zu betreiben – zeitweise waren es über 1.000. Er behauptete, das Unternehmen verrechne interne Leistungen untereinander, was unnötige Kosten und Verwirrung schaffe. Seine Kritik richtete sich auch gegen die Ernennung von Karin Dohm zur Finanzchefin, die er für die Position als unqualifiziert bezeichnete. Zudem warnte er vor möglichen Belastungen für die Steuerzahler.
Gleichzeitig unterstützte Reißen Pallas jüngste Entscheidungen, darunter die Entlassung von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, sowie der Finanzvorständin Dohm. Er lobte die Maßnahmen als Schritt zu einer konsistenteren Führung und befürwortete Pallas Plan, die Zahl der Top-Management-Positionen zu halbieren.
Der Gewerkschaftschef forderte Palla auf, entschlossener zu handeln als ihr Vorgänger Richard Lutz. Bloße Ankündigungen reichen seiner Meinung nach nicht aus, um die tief verwurzelten Probleme der Bahn zu lösen – stattdessen brauche es konkrete Veränderungen.
Pallas Umstrukturierungsbemühungen finden bei Reißen Rückhalt, der darin einen Ansatz sieht, das finanzielle Chaos bei der DB zu überwinden. Die Entlassungen führender Manager und die Pläne zur Verschlankung der Führungsebene deuten auf einen Führungswechsel hin. Dennoch steht das Unternehmen weiterhin unter Druck, seine Abläufe zu vereinfachen und die Transparenz zu erhöhen.






