Geheimnisvolle DDR-Ruine für 60.000 Euro versteigert – doch was darf der Käufer damit?
Maximilian SchmidtGeheimnisvolle DDR-Ruine für 60.000 Euro versteigert – doch was darf der Käufer damit?
Eine verlassene Militärinsel im Greifswalder Bodden ist für 60.000 Euro unter den Hammer gekommen. Ostervilm, einst ein geheimer Stützpunkt zur Entmagnetisierung von Kriegsschiffrümpfen, ist heute eine verfallene Ruine ohne nennenswerte rechtliche Nutzungsmöglichkeiten. Der Käufer hat ein Grundstück mit strengen Auflagen und ungewisser Zukunft erworben.
Die Insel wurde auf 600 Holzpfählen errichtet, ihr Betongerüst ist mit Eisenplatten und Holz verkleidet. Bis 1989 nutzte die Volksmarine der DDR das Gelände, um Schiffsrümpfe zu entmagnetisieren und so die Zündung magnetischer Minen zu verhindern. Nach dem Fall der DDR verfiel die Anlage zusehends.
Ostervilm liegt unweit von Vilm, einem Naturschutzgebiet, in dem einst die Elite der DDR Urlaub machte. Obwohl die Insel vom Ufer aus sichtbar ist, befindet sie sich in einer „äußeren Zone“, die eine Bebauung praktisch unmöglich macht. Es gibt keinen Bebauungsplan, und in dieser exponierten Lage sind Baugenehmigungen nicht zu erhalten.
Die deutsche Marine betreibt noch immer ähnliche Einrichtungen in Kiel und Wilhelmshaven. Doch der neue Besitzer von Ostervilm sieht sich einer anderen Realität gegenüber: Kein rechtmäßiges Nutzungs- oder Baurecht, kein gesicherter Zugang und keine Infrastruktur. In der Auktionsbeschreibung wurde potenzielle Käufer gewarnt, sie erwürben „die Katze im Sack“ – ein riskantes Geschäft mit kaum praktischen Optionen.
Der Verkaufspreis von 60.000 Euro lag zwar über dem Mindestgebot von 39.000 Euro, doch der Käufer besitzt nun ein Relikt mit gravierenden Einschränkungen. Ohne Genehmigungen oder Zugang bleibt der Insel nur eine gewisse Zukunft: der weitere Verfall. Ihr militärisches Erbe ist ihr einzig beständiges Merkmal.






