Gericht verhängt 100.000 Euro Strafe gegen Meta wegen verzögerter Löschung falscher Soldaten-Vorwürfe
Maximilian SchmidtGericht verhängt 100.000 Euro Strafe gegen Meta wegen verzögerter Löschung falscher Soldaten-Vorwürfe
Meta zu 100.000 Euro Strafe verurteilt: Frankfurt urteilt über verzögerte Löschung falscher Behauptungen über deutschen Soldaten
Das Landgericht Frankfurt hat Meta zu einer Strafe von 100.000 Euro verurteilt, weil das Unternehmen falsche Beiträge über einen deutschen Soldaten nicht rechtzeitig entfernt hatte. Das am 28. Mai 2026 verkündete Urteil folgt auf wiederholte Warnungen und rechtliche Schritte wegen der zögerlichen Bearbeitung des Falls durch den Konzern. Das Gericht kritisierte Metas Vorgehen als fahrlässig und als Missachtung früherer Anordnungen.
Auslöser des Verfahrens waren falsche Vorwürfe gegen einen in dem Gazastreifen eingesetzten Soldaten, die auf Facebook verbreitet worden waren. Trotz der Schwere der Anschuldigungen entfernte Meta die Beiträge nicht umgehend. Der Soldat reichte daraufhin Klage ein und beantragte am 8. und 10. April 2026 die Verhängung eines Ordnungsgelds.
Bereits am 23. März 2026 hatte die für Pressesachen zuständige Kammer des Landgerichts Frankfurt Meta angewiesen, die falschen Inhalte zu löschen. Das Unternehmen kam dieser Aufforderung jedoch erst nach 15 bis 17 Tagen nach – eine Verzögerung, die das Gericht als inakzeptabel bewertete. Metas Versuche, die Verzögerung mit internen Sprachbarrieren zu rechtfertigen, verschlimmerten die Situation aus Sicht der Richter nur weiter.
In seiner Entscheidung stellte das Gericht fest, dass Metas Untätigkeit auf systemische Nachlässigkeit hindeute. Zudem habe das Unternehmen wiederholt gerichtliche Anordnungen ignoriert. Die Strafe von 100.000 Euro spiegle das Ausmaß dieser Verstöße wider, wobei Meta innerhalb von zwei Wochen mit einer sofortigen Beschwerde Widerspruch einlegen kann.
Das Urteil unterstreicht die rechtlichen Konsequenzen, die drohen, wenn schädliche Inhalte nicht zeitnah entfernt werden. Meta muss nun mit finanziellen Sanktionen rechnen und riskiert weitere Maßnahmen, sollten ähnliche Verzögerungen auftreten. Gleichzeitig stärkt die Entscheidung die Durchsetzungsbefugnis des Gerichts bei Löschanordnungen.






