20 March 2026, 22:04

Gisèle Pelicot und Pheline Roggan: Wie Frauen öffentlich gegen Gewalt kämpfen

Schwarzes und weißes Foto einer Frau mit Gesichtsverletzungen, ernster Gesichtsausdruck, konzentrierter Blick, zurückgebundenes Haar, trägt ein T-Shirt.

Erste 'Arschlecken.' Star bricht Schweigen - Gisèle Pelicot und Pheline Roggan: Wie Frauen öffentlich gegen Gewalt kämpfen

Gisèle Pelicots öffentliche Rolle in Frankreich hat sich seit 2017 radikal gewandelt. War sie einst als privates Opfer wahrgenommen worden, wurde sie bis 2026 zu einer der führenden Stimmen im Kampf gegen sexualisierte Gewalt. Ihr ruhiges, gefasstes Zeugnis während des Prozesses 2024 gegen ihren Ehemann Dominique Pelicot und über 50 Mitangeklagte in Avignon inspirierte die #JeSuisGisèle-Bewegung und machte sie zu einer feministischen Ikone.

Unterdessen hat in Deutschland die Schauspielerin Pheline Roggan öffentlich ihre Unterstützung für Collien Fernandes erklärt, nachdem Missbrauchsvorwürfe gegen Christian Ulmen bekannt geworden waren. Roggans solidarische Botschaft auf Instagram unterstrich die wachsende Verbundenheit unter Frauen, die sich gegen Gewalt zur Wehr setzen.

Erstmals rückte Gisèle Pelicot 2017 in den Fokus der Öffentlichkeit, als die Verbrechen ihres Mannes ans Licht kamen. Als 2024 in Avignon der viel beachtete Prozess begann, fand ihr souveränes Auftreten vor Gericht breiten Anklang. Ihre Aussage gegen Dominique Pelicot und Dutzende weitere Angeklagte löste die Social-Media-Kampagne #JeSuisGisèle aus, die sie zur Symbolfigur für Widerstandskraft stilisierte. Kritiker werfen jedoch ein, dass ihre Prominenz andere, strukturelle Aspekte von Gewalt gegen Frauen in den Hintergrund dränge.

Parallel dazu äußerte sich die Schauspielerin Pheline Roggan – bekannt durch ihre Rolle in der deutschen Serie Jerks. – kürzlich unterstützend zu Collien Fernandes, die Vorwürfe gegen den Schauspieler Christian Ulmen öffentlich gemacht hatte. Roggan kommentierte Fernandes' Instagram-Post mit den Worten: "Es tut mir so unendlich leid, was man dir angetan hat." Sie lobte Fernandes dafür, nicht nur für sich selbst, sondern für alle betroffenen Frauen gesprochen zu haben.

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Roggans Worte spiegeln Pelicots Haltung wider: Beide verlagern die Verantwortung von den Opfern auf die Täter. Beide Fälle zeigen einen wachsenden Trend, bei dem Frauen ihre Plattformen nutzen, um systemische Gewalt anzuprangern – auch wenn weiterhin diskutiert wird, welche Geschichten die meiste Aufmerksamkeit erhalten.

Pelicots Wandel von der Betroffenen zur Aktivistin hat die Debatte über sexualisierte Gewalt in Frankreich neu geprägt. Die #JeSuisGisèle-Bewegung bleibt eine sichtbare Kraft, doch es gibt weiterhin Fragen zu ihrer gesellschaftlichen Reichweite. In Deutschland verstärkt Roggans öffentliche Unterstützung für Fernandes eine ähnliche Botschaft: Überlebende finden zunehmend Rückhalt, wenn sie ihr Schweigen brechen. Beide Entwicklungen spiegeln einen kulturellen Wandel wider, in dem das öffentliche Sprechen über Gewalt zunehmend auf Solidarität statt auf Stigmatisierung stößt.

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