Halle (Saale) beschließt umstrittenen Umbau des Riebeckplatzes für Millionenprojekt
Ella WagnerHalle (Saale) beschließt umstrittenen Umbau des Riebeckplatzes für Millionenprojekt
Der Stadtrat von Halle (Saale) hat den Umbau des Riebeckplatzes für das Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation genehmigt. Die Entscheidung fiel nach einer hitzigen Debatte unter den Ratsmitgliedern, bei der sich die Meinungen über Nutzen und Kosten des Projekts scharf spalteten.
Die Bundesregierung plant, 277 Millionen Euro in das Zukunftszentrum zu investieren, um damit 180 bis 200 dauerhafte Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Die Stadt steuert 47,3 Millionen Euro bei, größtenteils aus Landesmitteln, zusätzlich fließen 12 Millionen Euro vom städtischen Versorgungsunternehmen. Kritiker wie Thorben Vierkant von der AfD bemängelten die Ausgaben als überzogen.
Befürworter wie Ferdinand Raab von Volt und Silke Burkert nannten das Vorhaben eine „fantastische Chance“ für die Stadt. Gegner wie Alexander Raue (AfD) warben stattdessen für ein alternatives „Haus der Ingenieure und Wissenschaftler“ und hinterfragten die gewählte Namensgebung. Eine Ablehnung des Beschlusses hätte erhebliche finanzielle und verkehrstechnische Folgen gehabt – etwa den Verlust von Landesmitteln und mögliche Brückensperrungen.
Mit den Bauarbeiten soll im September 2026 begonnen werden. Die Vorbereitungen auf dem Gelände müssen bis zum 31. Dezember 2028 abgeschlossen sein, die restlichen Arbeiten ziehen sich bis Ende 2029 hin. Der Abriss der Brücken über den Riebeckplatz ist erst für 2029 vorgesehen.
Das Projekt geht mit erheblicher finanzieller Unterstützung und einem langen Zeitplan voran. Trotz anhaltender Streitigkeiten über Kosten und Sinnhaftigkeit sorgt die Entscheidung des Stadtrats dafür, dass das Zukunftszentrum realisiert wird.
