Halle (Saale) erhöht Gewerbesteuer auf 470 Prozent – Unternehmen protestieren gegen Belastung
Maximilian SchmidtHalle (Saale) erhöht Gewerbesteuer auf 470 Prozent – Unternehmen protestieren gegen Belastung
Der Stadtrat von Halle (Saale) hat eine Erhöhung des kommunalen Gewerbesteuer-Hebesatzes auf 470 Prozent beschlossen. Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der lokale Unternehmen bereits mit wirtschaftlichen Herausforderungen kämpfen, und stößt bei Wirtschaftsvertretern auf scharfe Kritik. Die neue Regelung tritt 2026 in Kraft und soll der Stadt jährlich zusätzliche Einnahmen von 4,8 Millionen Euro bescheren.
Seit fünf Jahren lag der Gewerbesteuer-Hebesatz in Halle unverändert bei 470 Prozent. Nun plant die Stadt, diesen erhöhten Satz auch für 2026 beizubehalten – während viele andere deutsche Städte deutlich niedrigere Werte ansetzen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei etwa 400 Prozent, in Berlin bei 410 Prozent und im benachbarten Leipzig bei 460 Prozent.
Lokale Unternehmen, darunter auch Betriebe in Besitzwechseln, zeigen sich besorgt über die zusätzliche finanzielle Belastung. Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle, warnte, dass die Erhöhung in einer ohnehin schwierigen Wirtschaftslage unnötige Kosten verursache. Einige Firmen stellen nun infrage, ob sie weiter in die Stadt investieren oder zumindest die bestehenden Arbeitsplätze sichern können.
Der Schritt folgt auf einen Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen in Halle um 4,8 Prozent für das Jahr 2025 – insgesamt 104,2 Millionen Euro. Im Vergleich dazu verzeichnete Sachsen-Anhalt ein Plus von 7,1 Prozent, wobei Magdeburg 170,1 Millionen Euro einnahm. Die Stadt erhofft sich durch den höheren Satz, die Verluste auszugleichen und zusätzliche Mittel zu generieren.
Die Steuererhöhung wird ab 2026 jährlich 4,8 Millionen Euro mehr in die Stadtkasse spülen. Unternehmen müssen nun entscheiden, wie sie die Mehrkosten bewältigen, während die Stadt ihr Haushaltsdefizit stabilisieren will. Die Handwerkskammer lehnt die Maßnahme vehement ab und bezeichnet sie als Belastung für die lokale Wirtschaft.






