Halles TINA-Straßenbahnen: Lärm, Vibrationen und wütende Bürger
Halles neue TINA-Straßenbahnen stoßen seit ihrer Einführung auf massive Kritik. Anwohner beklagen übermäßigen Lärm und Vibrationen und fordern Nachbesserungen. Die Stadtverwaltung hingegen betont, dass die Modernisierung wie geplant fortgesetzt werde.
Die Kontroverse begann, nachdem die von Stadler gebauten TINA-Bahnen den Betrieb aufgenommen hatten. Viele Fahrgäste berichteten von Unbehagen durch lautes Klappern und Rütteln, was zu großer Verärgerung führte. Als Reaktion darauf hat sich eine Bürgerinitiative unter dem Namen „TINA – Aber nicht so“ gegründet, um Verbesserungen einzufordern.
Stadler hat die Probleme eingeräumt und arbeitet an technischen Anpassungen. Der Hersteller will in den kommenden Monaten Lärm und Vibrationen reduzieren. Doch die CDU-Fraktion der Stadt äußert weitere Bedenken.
Dr. Jörg Erdsack, CDU-Stadtrat, fragte, ob bei der Beschaffung Erfahrungen aus anderen Städten ignoriert wurden. Die Fraktion reichte eine offizielle Anfrage zum Entscheidungsprozess ein. Unabhängig davon bestätigte die Verwaltung, dass fehlende Haltestangen bald nachgerüstet werden – eine Reaktion auf Beschwerden.
Die neuen Bahnen verfügen zudem über keine Fahrkartenautomaten – eine bewusste Entscheidung im Zuge der Digitalisierung des Ticketverkaufs. Die älteren MGT6D-Modelle von Bombardier sollen bis 2028 schrittweise ausgemustert werden, wobei vier Einheiten auf der Linie 7 verbleiben. Die moderneren MGTK-Züge hingegen bleiben bis in die 2030er- und 2040er-Jahre im Einsatz.
Die Stadtverwaltung betont, dass die TINA-Straßenbahnen Teil eines langfristigen Modernisierungsplans seien. Stadlers Nachbesserungen und die geplante Nachrüstung der Haltestangen sollen akute Probleme lösen. Doch während Proteste und politische Debatten anhalten, drängen die Bürger auf eine leisere und komfortablere Fahrt.






