Heidebad in Halle-Nietleben führt umstrittene Deutsch-Sprachregel für Badegäste ein
Clara HofmannHeidebad in Halle-Nietleben führt umstrittene Deutsch-Sprachregel für Badegäste ein
Freischwimmbad Heidebad in Halle-Nietleben führt umstrittene neue Regel ein
Besucher:innen des Heidebad-Freibads in Halle-Nietleben werden künftig nur noch Zutritt gewährt, wenn sie über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Die Badleitung begründet die Maßnahme mit Sicherheitsbedenken – doch die Entscheidung sorgt für heftige Kritik.
Gegenwind kommt vor allem von der Initiative „Eltern gegen Rechts Halle“, die die Regelung als diskriminierend und sachlich unbegründet bezeichnet. Sprachkompetenz sei kein Indikator dafür, wie verantwortungsbewusst jemand Sicherheitsvorschriften befolge, argumentiert die Gruppe.
Auch die Stadträtinnen Silke Burkert und Katharina Kohl melden sich zu Wort. Öffentliche Einrichtungen müssten für alle zugänglich bleiben – unabhängig von Herkunft oder Sprachkenntnissen, betonen sie. Zudem könnte die Regelung gehörlose, schwerhörige oder sprachbehinderte Gäste ungerechtfertigt ausschließen und damit gegen Barrierefreiheitsstandards verstoßen.
„Eltern gegen Rechts“ fordert die sofortige Abschaffung der Regel. Stattdessen schlagen die Aktivist:innen praktikable Alternativen vor: mehrsprachige Sicherheitsschilder, visuelle Kommunikationshilfen, zusätzliches Personal, gezielte Schulungen sowie den direkten Austausch mit betroffenen Communities. Zudem sei der Nutzen für die Sicherheit fragwürdig – die Regel könnte sogar gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen.
Die neue Praxis im Heidebad stößt auf breite Ablehnung. Kritiker:innen werfen der Leitung vor, mit der Maßnahme Ausgrenzung zu fördern, ohne die Sicherheit tatsächlich zu verbessern. Rechtliche und ethische Bedenken gegen die Umsetzung werden laut.
