04 April 2026, 10:05

Hessen plant Schiffseinsatz für Abschiebungen nach Syrien – doch die Praxis bleibt zögerlich

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien, auf der Datenvisualisierungen und Text über Menschen zu sehen sind, die durch innere Gewalt vertrieben wurden.

Hessen plant Schiffseinsatz für Abschiebungen nach Syrien – doch die Praxis bleibt zögerlich

Deutsche Behörden prüfen derzeit neue Wege, um Abschiebungen nach Syrien durchzuführen – bisher bleiben die Zahlen jedoch gering. Hessens Innenminister Roman Poseck fordert einen konsequenten Kurs und betont, dass sowohl freiwillige Rückkehren als auch zwangsweise Abschiebungen notwendig seien. Eine der diskutierten Optionen sieht vor, für großangelegte Operationen statt Flugzeuge Schiffe über die Mittelmeerküste einzusetzen.

Seit Deutschland seine Syrien-Politik 2023 angepasst hat, sind Abschiebungen selten geblieben. Daten bis Anfang 2026 zeigen, dass erst im Dezember 2025 ein syrischer Straftäter abgeschoben wurde, gefolgt von drei weiteren Fällen im Januar 2026. Die Betroffenen wurden in die Türkei oder direkt nach Syrien gebracht.

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Poseck argumentiert, Syrien müsse in der Migrationspolitik mit derselben Dringlichkeit behandelt werden wie Afghanistan. Zwar hätten freiwillige Ausreisen Vorrang, doch Abschiebungen seien ein notwendiges Mittel, um Druck auf diejenigen auszuüben, die nicht freiwillig gehen wollten. Sollten die Zahlen steigen, könnten Sicherheitsbehörden von Flugzeugen auf Schiffe umsteigen – diese böten mehr Kapazität und seien über die Mittelmeerrouten praktikabler.

Die Haltung des Ministers spiegelt die allgemeine Sorge wider, Rückführungen durchzusetzen und gleichzeitig den Druck auf jene aufrechtzuerhalten, die eine freiwillige Ausreise verweigern. Bisher bleiben Abschiebungen nach Syrien jedoch eine Seltenheit: Seit Ende 2025 wurden nur vier Fälle registriert. Die mögliche Verlagerung auf den Seeweg deutet allerdings darauf hin, dass man sich auf größere Operationen vorbereitet, falls erforderlich. Posecks Forderung nach einer härteren Linie hält das Thema jedenfalls in der bundesweiten Migrationsdebatte präsent.

Quelle