Hessens Wälder im Wandel: Holzeinschlag steigt trotz Klimakrise um fünf Prozent
Maximilian SchmidtMehr Holz geerntet im Jahr 2025 in deutschen Staatswäldern - Hessens Wälder im Wandel: Holzeinschlag steigt trotz Klimakrise um fünf Prozent
Holzeinschlag in Hessens Staatsforsten steigt 2025 um 5 Prozent auf 1,49 Millionen Kubikmeter
Im Jahr 2025 erhöhte sich der Holzeinschlag in den hessischen Landeswäldern um 5 Prozent und erreichte etwa 1,49 Millionen Kubikmeter. Der Anstieg folgte der Aufhebung eines Fällverbots im Jahr 2024, das ursprünglich zum Schutz von Buchenwäldern und zur Entwicklung klimaresistenter Forststrategien eingeführt worden war. Dürreschäden und Schädlingsbefall haben seitdem die Zusammensetzung der Wälder in der Region stark verändert.
2020 hatte HessenForst ein vorübergehendes Fällverbot für bestimmte Buchenbestände verhängt. Die Maßnahme sollte neue Bewirtschaftungspläne für klimangepasste Wälder ermöglichen. Doch bis 2024 verschärften sich die Bedingungen durch Borkenkäferplagen, Sturmwürfe und anhaltende Trockenstress – das Verbot wurde daraufhin aufgehoben.
Seit dem Ende der Restriktionen haben sich die buchenbestimmten Flächen um etwa 15 Prozent verringert: von 450.000 Hektar im Jahr 2020 auf 382.500 Hektar bis 2025. Während der Einschlag von Laubholz 2025 um 28 Prozent zunahm, ging die Nutzung von Nadelholz um 6 Prozent zurück.
Extreme Winterwetterbedingungen bremsten zu Beginn des Jahres 2026 die Arbeiten: Starkregen und Frost machten einige Forstwege unpassierbar. Dennoch stieg der Holzeinschlag zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 um 6 Prozent. HessenForst setzte dabei auf einen Ausgleich zwischen Holzversorgung und Bodenschutz – der Maschineneinsatz wurde angepasst, um Verdichtung und Erosion zu vermeiden.
Die veränderte Einschlagspraxis spiegelt die langfristigen Ziele der Waldumwandlung wider. Die Verantwortlichen streben an, anfällige Reinbestände durch widerstandsfähigere Mischwälder zu ersetzen. Doch die Spätfolgen vergangener Dürreperioden schwächen die Bäume weiterhin, insbesondere Buchen, die oft erst Jahre nach Trockenphasen Stresssymptome zeigen.
HessenForst bewirtschaftet nun eine verkleinerte Buchenwaldfläche bei gleichzeitig gestiegener Holzerzeugung. Im Fokus bleibt die Stabilisierung der Wälder durch Artenvielfalt und nachhaltige Forstwirtschaft. Die langfristige Erholung hängt davon ab, wie gut sich die Wälder an die anhaltenden Klimabelastungen und Schädlingsbedrohungen anpassen lassen.






