ifo-Chef Fuest warnt vor wirtschaftlicher Stagnation und fordert radikale Reformen
Maximilian Schmidtifo-Chef Fuest warnt vor wirtschaftlicher Stagnation und fordert radikale Reformen
Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, hat zu dringenden Wirtschaftsreformen in Deutschland aufgerufen. Ohne schnelles Handeln drohten dem Land langfristige Stagnation und finanzielle Instabilität, warnte er. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die deutsche Wirtschaft seit 2019 kaum noch Wachstum zeigt.
Fuest betonte, dass die Wirtschaftsleistung Deutschlands seit der Zeit vor der Pandemie nicht mehr gestiegen sei. Sieben Jahre der Stagnation hätten das Land verwundbar gemacht, so der Ökonom. Einen leichten Anstieg des ifo Geschäftsklimaindex im Mai bezeichnete er als trügerisch – kein Zeichen für eine Erholung, sondern eine Täuschung.
Der Wirtschaftswissenschaftler verglich die Lage Deutschlands mit Italiens gescheitertem Versuch, sich von früheren Wirtschaftskrisen zu erholen. Ohne Reformen drohe dem Land ein ähnliches Schicksal, warnte er. Zudem kritisierte er die Wachstumsstrategie von Bundeskanzler Friedrich Merz scharf: Nach einem Jahr im Amt habe sie keine spürbaren Ergebnisse gebracht.
Fuest bezeichnete Deutschland als das „Epizentrum des zweiten China-Schocks“ – in Anlehnung an einen Bericht des Centre for European Reform. Angesichts der möglichen Entscheidung von Volkswagen, in Deutschland elektrisch betriebene Autos mit chinesischer Technologie zu produzieren, meinte er, das Land solle schon froh sein, wenn überhaupt noch Produktion im Land bleibe.
Besorgnis äußerte er auch über die öffentlichen Finanzen: Deutschland steuere auf einen „Crashkurs“ mit dem Haushalt zu. Dieser Sommer könnte die letzte Chance für die Regierung sein, noch wirksame Veränderungen einzuleiten, so Fuest.
Seine Warnungen unterstreichen den Druck auf Deutschland, die wirtschaftliche Stagnation und die finanziellen Risiken anzugehen. Ohne Reformen könnte sich das Land nur schwer von den aktuellen Herausforderungen erholen. Die Aussagen Fuests spiegeln eine wachsende Dringlichkeit unter Ökonomen wider, die von der Politik entschlossenes Handeln fordern.






