IHK warnt vor "Süd-Bonus" und fordert faire Wirtschaftspolitik für Ostdeutschland
Maximilian SchmidtIHK warnt vor "Süd-Bonus" und fordert faire Wirtschaftspolitik für Ostdeutschland
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau veranstaltete am 26. Juni 2026 ihre Sommersitzung in Dessau-Roßlau. Im Mittelpunkt der Versammlung standen drängende wirtschaftspolitische Themen, darunter das geplante Gesetz zur Stromversorgungssicherheit und Kapazitätsreserve sowie der umstrittene „Süd-Bonus“.
Die IHK vertritt 52.000 Unternehmen im südlichen Sachsen-Anhalt, die 400.000 Arbeitsplätze sichern und jährlich 30 Milliarden Euro zur regionalen Wirtschaftsleistung beitragen. In seiner Rede betonte IHK-Präsident Sascha Gläßer die wachsenden Herausforderungen für die heimische Wirtschaft, darunter hohe Kosten, übermäßige Bürokratie und der Fachkräftemangel.
Ein zentraler Diskussionspunkt war der „Süd-Bonus“, vor dem die IHK warnte, da er Standorte in Ost- und Norddeutschland benachteiligen könnte – Regionen, die für die Netzstabilität und eine sichere Energieversorgung entscheidend sind. Gläßer forderte zudem eine transparente Debatte über die Zukunft der gesetzlichen Rente und wirbt für das „Hallesche Wahlrentenmodell“, das flexible, aber strukturierte Übergänge in den Ruhestand ermöglicht.
Mit der regionalen Kampagne „Unsere Wirtschaft – Stark vor Ort“ will die IHK eine faktenbasierte Bestandsaufnahme der künftigen Herausforderungen der Region liefern. Um dies zu vertiefen, lädt die Organisation am 18. August 2026 zu einem Wahldialog mit den Spitzenkandidat:innen aller großen Parteien ein.
Die Sommersitzung der IHK unterstrich den Bedarf an ausgewogenen Wirtschaftspolitikmaßnahmen, die alle Regionen fair unterstützen. Der anstehende Wahldialog bietet den Kandidat:innen eine Plattform, um auf diese Anliegen einzugehen. Die Unternehmen der Region suchen weiterhin nach Lösungen für Kostendruck, regulatorische Belastungen und den Fachkräftemangel.
