14 March 2026, 00:07

Machtkampf im Autogewerbe: ZDK und ZVK steuern auf endgültige Trennung zu

Altes deutsches Aktienzertifikat mit blauem Rand, Text lautet "Schweiz Wagons-Fabrik A.G."

Machtkampf im Autogewerbe: ZDK und ZVK steuern auf endgültige Trennung zu

Ein erbitterter Streit zwischen den beiden führenden Automobilverbänden Deutschlands, dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und dem Zentralverband der Kfz-Handwerke (ZVK), hat sich zu einer vollzogenen institutionellen Spaltung zugespitzt. Der Konflikt erreichte im Oktober 2025 seinen Höhepunkt, als der ZVK Anspruch auf 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK erhob – was rechtliche Auseinandersetzungen auslöste und umfassende Reformen innerhalb des ZDK nach sich zog.

Die Spannungen hatten sich über Monate aufgebaut, bevor der ZDK im Januar 2026 eine grundlegende Überarbeitung seiner Satzung verkündete. Die Reformen entzogen dem ZVK seine automatischen Sitze im Vorstand und beendeten damit die garantierten Führungspositionen für dessen Vertreter. Stattdessen kontrolliert der ZDK nun sämtliche Personalentscheidungen, reduziert seine Ausschüsse auf rein beratende Gremien und bündelt die Sprecherrechte unter seiner eigenen Autorität.

Die Änderungen führen zudem direkte Mitgliedschaftswege ein: Werkstätten können sich nun ohne regionale Zwischeninstanzen direkt der ZDK-Zentrale in Bonn anschließen. Dieser Schritt soll organisatorische Zersplitterung verhindern – insbesondere in Bundesländern, in denen lokale Verbände mit einem Austritt drohen. Der ZDK präsentiert die Reformen als Schritt zu mehr Transparenz und als Reaktion auf die Realitäten der Branche, wirft dem ZVK jedoch vor, die Krise bewusst eskaliert zu haben, um eine Trennung zu erzwingen.

Rechtliche Streitigkeiten um Prüfgebühren für Fahrzeuge, einst ein zentraler Zankapfel, haben inzwischen viel von ihrer Brisanz verloren. Nun konzentriert sich der ZDK darauf, markengebundene Autohäuser in umstrittenen Regionen für sich zu gewinnen. Durch die direkte Ansprache von Werkstätten hofft der Verband, die Unterstützung für seinen neuen Kurs zu festigen und den Einfluss des ZVK einzudämmen.

Die Reformen vom Januar markieren den ersten konkreten Schritt hin zu einer vollständigen institutionellen Trennung von ZDK und ZVK. Mit den Mitgliedsbeiträgen im Zentrum des Konflikts und laufenden Gerichtsverfahren wird die Umstrukturierung des ZDK die Ausrichtung von Werkstätten und Autohäusern gegenüber den nationalen Verbänden neu definieren. Das Ergebnis wird zeigen, ob die Interessenvertretung der Branche künftig zentraler – oder noch zersplitterter – organisiert sein wird.

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