Mieterbund fordert gerechtere Verteilung der Modernisierungskosten für Klimaschutz-Maßnahmen
Hannah HofmannMieterbund fordert gerechtere Verteilung der Modernisierungskosten für Klimaschutz-Maßnahmen
Der Präsident des Deutschen Mieterbunds hat dringende Änderungen bei der Verteilung der Modernisierungskosten zwischen Vermietern und Mietern gefordert. Axel Gedaschko kritisierte, dass das aktuelle System einkommensschwache Haushalte unverhältnismäßig belastet – insbesondere bei energetischen Sanierungen, die der Erreichung von Klimazielen dienen.
Nach den geltenden Regelungen können Vermieter die Kosten für Renovierungen gleichmäßig auf alle Mieter umlegen. Gedaschko verwies auf einen Fall, in dem eine alleinerziehende Krankenschwester zwar nur 4,50 Euro Kaltmiete zahlt, aber dennoch dieselben Zusatzkosten tragen muss wie wohlhabendere Nachbarn. Dies bezeichnete er als ungerecht, vor allem wenn die Maßnahmen dem Klimaschutz dienen sollen.
Als Lösung schlug Gedaschko ein gestuftes Modell vor, bei dem Besserverdiener einen höheren Anteil an den Modernisierungskosten übernehmen. Er betonte, dass die Höhe der Beteiligung am Einkommen orientiert sein sollte – statt einer pauschalen Aufteilung. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wer die finanziellen Lasten für energiesparende Maßnahmen wie Dämmung oder Heizungsmodernisierungen tragen soll.
Gedaschko forderte die Regierungskoalition auf, das Problem zügig anzugehen. Ohne Reformen, warnte er, könnte der Druck hin zu klimafreundlichem Wohnen die Ungleichheit unter Mietern weiter verschärfen.
Der Vorschlag des Mieterbunds sieht vor, höhere Einkommensgruppen stärker an den Kosten zu beteiligen. Würde die Änderung umgesetzt, könnte dies die Belastung für Geringverdiener verringern, während weiterhin notwendige Sanierungen finanziert würden. Die Bundesregierung hat auf den Appell bisher noch nicht reagiert.






