Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Crash in NRW mit Rekordzahlen
Maximilian SchmidtMönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Crash in NRW mit Rekordzahlen
Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen auf 14-Jahres-Tief – nur Mönchengladbach stemmt sich gegen den Trend
Der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken: Die Fertigstellungen brachen um 9,4 Prozent ein. Hinter dem Rückgang stehen branchenweite Probleme wie steigende Kreditzinsen und explodierende Baukosten. Eine Ausnahme bildet Mönchengladbach – die Stadt verzeichnete im selben Zeitraum fast eine Verdreifachung der fertiggestellten Wohnungen.
In ganz Nordrhein-Westfalen wurden 2025 nur noch 37.185 Wohnungen fertiggestellt, deutlich weniger als im Vorjahr. Die Bauquote liegt damit bei 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner und damit weit unter früheren Werten. Auch die Genehmigungen für Neubauten gingen seit 2020 um 27,4 Prozent zurück – ein Zeichen für tiefgreifende strukturelle Probleme der Branche.
Mönchengladbach als positiver Ausreißer Während andere Kommunen kämpfen, verzeichnete Mönchengladbach einen deutlichen Aufschwung: 2025 wurden 758 Wohnungen fertiggestellt – fast dreimal so viele wie 2024. Mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner liegt die Stadt auf Platz drei der kreisfreien Städte und übertrifft den Landesdurchschnitt um 43 Prozent.
Ausschlaggebend war die 2023 gestartete Wohnungsbauoffensive der Stadt. Ein Eigenkapitalzuschuss von 43 Millionen Euro stärkte das kommunale Wohnungsunternehmen, während 43,2 Millionen Euro an Fördermitteln 2025 den Bau von 218 neuen Wohnungen ermöglichten. Zudem stiegen die Baugenehmigungen für Wohnprojekte um 73,6 Prozent im Jahresvergleich. Dieser Schub folgt auf eine massive Aufstockung der Mittel für den sozialen Wohnungsbau: Der Anteil am Haushalt kletterte von nur 5 Prozent im Jahr 2021 auf 274 Prozent 2024.
Erfolgsmodell in schwierigen Zeiten Mönchengladbachs Engagement hebt sich damit deutlich von der ansonsten schwächelnden Branche ab. Mit mehr fertiggestellten Wohnungen, steigenden Genehmigungen und massiven Investitionen in den sozialen Wohnungsbau setzt die Stadt ein seltenes Erfolgsbeispiel. Gleichzeitig unterstreicht der allgemeine Rückgang in Nordrhein-Westfalen die anhaltenden Herausforderungen, vor denen der gesamte Bausektor steht.






