07 April 2026, 14:10

Neue deutsche Kulturerbe-Traditionen sorgen für Streit unter Kulturpolitiker:innen

Plakat zur Eidgen Schützenfest in Frauenfeld, Deutschland, mit einem Mann in Anzug und einer Frau in Kleid sowie Veranstaltungstext.

Neue deutsche Kulturerbe-Traditionen sorgen für Streit unter Kulturpolitiker:innen

Deutschland hat neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu den jüngsten Ergänzungen zählen die Herrenschneiderei, die Schaustellerkultur auf Volksfesten sowie weitere langjährige Bräuche. Einige aktuelle Entscheidungen haben jedoch unter Kulturverantwortlichen für Kontroversen gesorgt.

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Die Deutsche UNESCO-Kommission gemeinsam mit dem Staatsminister für Kultur, Wolfram Weimer, und der Kultusministerkonferenz gab die aktualisierte Liste bekannt. Zu den neu anerkannten Traditionen gehören das handwerkliche Herrenschneiderhandwerk, die Schaustellerkultur auf Volksfesten sowie die St.-Martins-Umzüge im Rheinland. Sie reihen sich ein in bereits früher gewürdigte Bräuche wie die Ostseefischerei und das Straßenfußballspiel auf dem Bolzplatz.

Allerdings fehlen auf der Liste einige bekannte kulturelle Elemente. Döner Kebabs, die SPD-Hockbratwurst beim Sommerfest und unabhängige linksalternative Buchhandlungen fanden keine Berücksichtigung. Weimers Entscheidungen stoßen auf Kritik, insbesondere nachdem er ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autor:innen aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds strich. Dieser Schritt löste Proteste von Kulturminister:innen und Senator:innen in acht SPD-geführten Bundesländern aus.

Weimers Ansatz zur Bewahrung des Kulturerbes wird als selektiv beschrieben. Seine Auswahl spiegelt eine klare Haltung wider, was er für schützenswert hält – während andere kulturelle Praktiken und Initiativen ohne offizielle Anerkennung bleiben. Die aktualisierte Liste umfasst nun 166 immaterielle Kulturschätze in Deutschland. Während einige Traditionen formale Anerkennung erfahren, bleiben andere ausgeschlossen – was die Debatten weiter anheizt. Die Entscheidungen zeigen, wie unterschiedlich die Vorstellungen darüber sind, was als wertvolles kulturelles Erbe gilt.

Quelle