05 April 2026, 04:06

Neues Online-Portal enthüllt rechtsextreme Propaganda von 1945 bis 2000

Offenes Buch mit handgeschriebenem Text und Wasserzeichen, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland.

Neues Online-Portal enthüllt rechtsextreme Propaganda von 1945 bis 2000

Ein neues Online-Portal bietet ab sofort freien Zugang zu historischen Quellen über rechtsextreme Strömungen in Deutschland von 1945 bis 2000. Die Plattform stellt Propagandatexte, gewaltverherrlichende Rhetorik sowie Materialien zur Verfügung, die sich gezielt an junge Menschen richten. Über 30 Fachleute haben die Dokumente annotiert und in ihren historischen Kontext eingeordnet, um Forschung, Schulen und die politische Bildung zu unterstützen.

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Das Portal zeichnet nach, wie sich rechtsextreme Propaganda in Deutschland über die Jahrzehnte gewandelt hat. In den 1950er-Jahren richtete sich die neonazistische Rhetorik vor allem an enttäuschte Kriegsheimkehrer und Nationalisten, oft über Publikationen der NPD, die 1964 gegründet wurde. In den 1980er- und 90er-Jahren verlagerte sich der Fokus auf die Skinhead-Subkultur und rechtsextreme Rockmusik, die vor allem junge Männer aus der Arbeiterschicht ansprachen. Diese Phase war von einer Zunahme der Gewalt geprägt, darunter der Brandanschlag von Solingen 1993.

Nach dem Jahr 2000 verlagerten sich die Strategien ins Internet: Mit verschleiernden Begriffen wie "Remigration" und gezielter Desinformation in sozialen Medien wurde eine breitere Öffentlichkeit angesprochen. Die Migrationskrise 2015 beschleunigte diesen digitalen Wandel weiter – Gruppen wie die AfD und die Identitäre Bewegung erreichten damit neue Zielgruppen. Das von Prof. Dr. Frank Bösch und Prof. Dr. Gideon Botsch herausgegebene Portal beleuchtet diese sich wandelnden Taktiken und ihre ideologischen Wurzeln.

Unter https://radikale-rechte.de/ zugänglich, möchte das Projekt historische extremistische Materialien für die Forschung erschließen. Es umfasst alles – von der neonazistischen Literatur der Nachkriegszeit über die gewaltverherrlichende Propaganda der Skinhead-Szene bis hin zu den späteren digitalen Kampagnen.

Das Portal dient als wichtige Ressource, um die Entwicklung des Rechtsextremismus in Deutschland zu verstehen. Durch annotierte Dokumente unterstützt es Forscher:innen, Lehrkräfte und die Öffentlichkeit dabei, vergangene und aktuelle extremistische Strategien zu analysieren. Der Open-Access-Ansatz der Plattform ermöglicht eine breite Auseinandersetzung mit diesem bedeutenden historischen Material.

Quelle