Ökonomin Malmendier kritisiert Deutschlands Krisenhilfen als ineffizient und ungerecht
Clara HofmannÖkonomin Malmendier kritisiert Deutschlands Krisenhilfen als ineffizient und ungerecht
Die Ökonomin Ulrike Malmendier hat die jüngsten Krisenhilfemaßnahmen Deutschlands als unpräzise kritisiert. In einem Interview mit dem Spiegel argumentierte die Finanzprofessorin, dass pauschale Unterstützungsprogramme Ressourcen verschwendeten und jene am stärksten Benachteiligten nicht erreichten. Stattdessen schlug sie Reformen vor, um die Hilfe effizienter zu gestalten und unnötige Steuererhöhungen zu vermeiden.
Malmendier, die früher als Wirtschaftsberaterin tätig war und heute an der Universität von Kalifornien in Berkeley lehrt, wies auf Schwächen im aktuellen System hin. Sie warnte, dass undifferenzierte Hilfen – wie etwa allgemeine Spritpreisrabatte – auch denen zugutekämen, die keine Unterstützung bräuchten. Stattdessen plädierte sie dafür, die Förderung auf die 20 Prozent der Haushalte zu konzentrieren, die am stärksten von der Krise betroffen sind.
Die derzeitige Vorgehensweise führe ihrer Ansicht nach zu unerwünschten Nebenwirkungen. Empfänger von Leistungen verlören oft einen Großteil ihrer zusätzlichen Einnahmen, wenn sie mehr arbeiteten – was sie davon abhalte, ihr Einkommen zu erhöhen. Um dies zu ändern, forderte Malmendier eine bessere Vernetzung von Steuerdaten, Sozialsystemen und Auszahlungsmechanismen. So ließe sich die Hilfe bedarfsgerecht anpassen, etwa an Fahrtkosten oder Kfz-Steuern.
Über die akute Krisenbewältigung hinaus betonte sie die Notwendigkeit grundlegender Reformen. Bürokratieabbau und Anpassungen der Arbeitsmarktregeln könnten die Ineffizienzen im Steuersystem verringern. Ihrer Meinung nach müssen diese Änderungen Vorrang vor jeder Debatte über Umverteilung haben.
Malmendiers Vorschläge zielen darauf ab, die Krisenhilfen wirksamer zu gestalten und gleichzeitig die Belastung der öffentlichen Haushalte zu verringern. Durch die Verknüpfung von Daten über verschiedene Behördensysteme hinweg könnten gezielte Maßnahmen Geld sparen und Steuererhöhungen vermeiden, ist sie überzeugt. Ihre Empfehlungen setzen darauf, zunächst strukturelle Probleme zu lösen, bevor soziale Programme ausgeweitet werden.






