31 May 2026, 18:04

Personalnot im Justizsystem: 2.000 Staatsanwälte fehlen bundesweit

Schwarz-Rot fordert gemeinsam einen "Pakt für Rechtsstaatlichkeit"

Personalnot im Justizsystem: 2.000 Staatsanwälte fehlen bundesweit

Deutschlands Justizsystem steht vor einem massiven Personalmangel – bundesweit fehlen Schätzungen zufolge rund 2.000 Staatsanwälte. Politiker und Rechtsexperten drängen nun auf rasches Handeln und fordern mit einem geplanten „Pakt für den Rechtsstaat“ eine Lösung der Krise sowie eine Stärkung der rechtlichen Rahmenbedingungen.

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Der Reformaufruf kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Unionsfraktion von CDU/CSU und die SPD-Bundestagsfraktion Bund und Länder auffordern, den wachsenden Stau in den Gerichten zu bekämpfen. Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, betonte die dringende Notwendigkeit, mehr Staatsanwälte, Richter und Gerichtspersonal einzustellen, um die Funktionsfähigkeit des Rechtssystems zu gewährleisten. Carmen Wegge, rechtspolitische Sprecherin der SPD, bestand darauf, dass der Pakt entweder alle Bundesländer einbeziehen müsse – oder gar nicht –, um Chancengleichheit und den Schutz der Demokratie zu garantieren.

Der vorgeschlagene Pakt sieht Maßnahmen vor, um die Einstellung von Personal zu beschleunigen, die digitale Infrastruktur zu modernisieren und das Verfahrensrecht zu reformieren, um Prozesse zu beschleunigen. Lena Gumnior, rechtspolitische Sprecherin der Grünen, forderte von Justizministerin Eva Hubig konkrete Schritte, um Verzögerungen im Justizsystem abzubauen.

Doch nicht alle Politiker sind sich über den richtigen Weg einig. Boris Rhein, hessischer Ministerpräsident, kritisierte Bundes-Länder-Vereinbarungen wie den geplanten Pakt und argumentierte, die Länder müssten selbst die Verantwortung für die Personalausstattung ihrer Gerichte übernehmen. Stephan Brandner von der AfD machte dagegen jahrelange politische Vernachlässigung und Planungsfehler für den Personalmangel verantwortlich. Luke Hoß, rechtspolitischer Sprecher der Linken, schlug vor, Staatsanwälte sollten sich auf schwere Straftaten konzentrieren und Bagatelldelikte zurückstellen, um die Arbeitsbelastung zu verringern.

Der „Pakt für den Rechtsstaat“ zielt darauf ab, die tief verwurzelten Personalprobleme in Deutschlands Justiz zu lösen. Falls umgesetzt, könnte er dringend benötigte Reformen bringen – von digitalen Aufrüstungen bis zu schnelleren Gerichtsverfahren. Der Erfolg des Plans hängt jedoch von der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern ab.

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