Philologenverband prangert mangelnde Investitionen aus 500-Milliarden-Fonds an Schulen an
Maximilian SchmidtPhilologenverband prangert mangelnde Investitionen aus 500-Milliarden-Fonds an Schulen an
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat die Handhabung des 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens durch die Bundesregierung scharf kritisiert. Nach Angaben des Verbands sei 2025 trotz versprochener Neuinvestitionen zu wenig von dem geliehenen Geld an den Schulen angekommen. Die Vereinigung fordert nun strengere Regeln, um sicherzustellen, dass die Mittel direkt in Bildungsprojekte wie Sanierungen und digitale Aufrüstung fließen.
Der DPhV hatte zuvor gefordert, mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für die Schulmodernisierung bereitzustellen. Doch bis Ende 2025 wurden lediglich eine Milliarde Euro für allgemeine Bildungszwecke umgeschichtet – davon 940 Millionen Euro für Kitas und 60 Millionen Euro für andere Bereiche. Die Bundesvorsitzende des Verbands, Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, warnte, dass die jüngeren Generationen die Schuldenlast tragen müssten, ohne spürbare Verbesserungen an ihren Schulen zu erleben.
Sowohl das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) als auch das ifo Institut bestätigten, dass ein Großteil der 2025 aufgenommenen Kredite nicht in neue Investitionen geflossen sei. Artikel 143h des Grundgesetzes schreibt vor, dass das Sondervermögen zusätzliche Investitionen fördern muss – eine Bedingung, die laut DPhV nicht erfüllt wurde. Insgesamt flossen zwar 24 Milliarden Euro aus dem Fonds in Bundesinvestitionen, doch Kritiker bemängeln, dass die Mittel für Schulen minimal blieben und ungleich auf die Länder verteilt wurden.
Die Rückstände bei der Schulsanierung sind dramatisch: Kommunen stehen vor einem Investitionsstau von 67,8 Milliarden Euro für dringende Reparaturen. Zudem kritisierte der DPhV Mängel im DigitalPakt 2.0, der zwar bis 2030 fünf Milliarden Euro vorsieht, den tatsächlichen Bedarf aber bei Weitem nicht deckt. Der Verband drängt nun auf eine gemeinsame Initiative der Bundesländer, um die Bildungsausgaben aus dem Sondervermögen vorrangig zu behandeln.
Der DPhV besteht darauf, dass künftige Mittel rechtlich verbindlich an konkrete Maßnahmen wie Schulbau, Digitalisierung und Ausstattung geknüpft werden müssen. Angesichts steigender Schulden und wachsender Sanierungsrückstände warnt der Verband, dass die aktuelle Politik die Schulen unterfinanziert zurücklasse. Mit der Forderung nach klareren Verteilungsregeln will die Vereinigung eine weitere Fehlsteuerung öffentlicher Investitionen verhindern.






