Proteste gegen rechtsextreme Verstrickungen der Gladiator Fight Academy in Halle
Clara HofmannProteste gegen rechtsextreme Verstrickungen der Gladiator Fight Academy in Halle
Rund 300 Demonstranten versammelten sich am Samstag vor dem Hauptbahnhofs von Halle, um die Schließung der Gladiator Fight Academy zu fordern. Die in Teutschenthal ansässige Kampfsportschule steht im Verdacht, mit rechtsextremen Netzwerken und gewaltbereiten Hooligan-Gruppen verbunden zu sein. Die Protestierenden werfen der Einrichtung vor, unter dem Deckmantel des Kampfsports Nachwuchsrekrutierung, territorialen Einfluss und Diskriminierung zu betreiben.
Die Kundgebung richtete sich gegen die Gladiator Fight Academy, nachdem Berichte sie mit rechtsextremen Kreisen in Verbindung brachten. Zu den zentralen Figuren zählt Theo Weiland, ein bekannter deutscher Kämpfer und ehemaliger Anführer der verbotenen neonazistischen Gruppe Jungsturm Erfurt. Auch Christopher Henze, der angeblich der rechtsextremen Hooligan-Szene des 1. FC Lokomotive Leipzig nahesteht, spielt eine Schlüsselrolle im Betrieb des Gyms.
Hans Krüger, Fan von Energie Cottbus und Nachwuchstrainer in der Kampfsportschule, tritt bei deren Veranstaltungen an und unterhält bekannte Kontakte zu denselben extremistischen Netzwerken. Der Ruf des Gyms als Ort, an dem Gewalt und Diskriminierung geduldet werden, festigte sich nach der Ausrichtung der Premiere der Gladiator Fight Series in Teutschenthal. Die Veranstaltung zog ein rechtsextremes Publikum an, darunter Paul Backmund, Fabian Jank und Benedikt Weiß – allesamt Mitglieder oder Sympathisanten der AfD.
Die Demonstranten zeigten sich empört, dass die Stadt Teutschenthal für die Veranstaltung ein kommunales Kulturzentrum vermietet hatte. Rufe wie „Nazis raus aus unseren Kiezen“ hallten durch die Menge, während die Protestierenden die sofortige Schließung des Gyms forderten. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf etwa 170, während die Veranstalter von 300 sprachen.
Die Demonstration unterstreicht die wachsende Besorgnis über die angebliche Rolle der Kampfsportschule als Knotenpunkt für rechtsextreme Vernetzung und extremistische Aktivitäten. Nun sehen sich Kommunalpolitiker mit Fragen konfrontiert, warum öffentliche Räume für Veranstaltungen mit solchen Gruppen zur Verfügung gestellt wurden. Der Protest ist der jüngste Konflikt zwischen antifaschistischen Aktivisten und rechtsextremen Organisationen in der Region.






