14 April 2026, 10:05

Reichelt-Prozess: Machtmissbrauch und Zensur vor Gericht

Cartoon-Gerichtsszene mit einem stehenden Mann in der Mitte, sitzenden Personen, einem Tisch mit Gegenständen rechts und Text unten: 'Boney's Trial, Sentence, and Dying Speech Europe's Injuries Revenged'

Reichelt-Prozess: Machtmissbrauch und Zensur vor Gericht

Ein Rechtsstreit um einen umstrittenen TV-Bericht über den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt steuert auf einen vollen Prozess zu. Im Mittelpunkt des Falls stehen Vorwürfe des Machtmissbrauchs und zensierter Berichterstattung durch die ARD-Sendung Reschke Fernsehen. Angesichts der langsamen deutschen Justiz zieht sich die Klärung des Falls bereits seit fast fünf Jahren hin, seit der Skandal erstmals bekannt wurde.

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Der Konflikt begann 2022, als Der Spiegel erstmals über mutmaßliches Fehlverhalten Reichelts berichtete. Ein Jahr später sendete Reschke Fernsehen eine Reportage, in der ihm vorgeworfen wurde, seine Position bei Bild ausgenutzt zu haben, um Frauen zu sexuellen Beziehungen zu drängen. Reichelt wies die Vorwürfe zurück, leitete jedoch umgehend rechtliche Schritte ein.

Ein Gericht erließ eine einstweilige Verfügung, die die ARD zwang, zentrale Passagen der Sendung zu zensieren. Der ursprüngliche Beitrag ist in der ARD-Mediathek nicht mehr verfügbar, da die zweijährige Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Nun treibt der Sender NDR einen vollständigen Prozess voran, um die Zensur aufzuheben und die ungekürzte Fassung wiederherzustellen.

Der Fall könnte für Reichelts früheren Arbeitgeber, den Axel-Springer-Verlag, unangenehm werden. Zeuginnen und Zeugen, darunter eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer Beziehung gedrängt, sollen aussagen. Andere könnten berichten, welche beruflichen Konsequenzen sie nach ihren Aussagen erlitten haben. Doch zentrale Details – etwa wie viele Untergebene Reichelt Affären hatte – bleiben weiterhin ungeklärt.

Im Prozess wird entschieden, ob die zensierten Teile des Reschke Fernsehens erneut veröffentlicht werden dürfen. Ein Urteil könnte auch langjährige Fragen zu Reichelts Verhalten und dessen Auswirkungen auf Kolleginnen und Kollegen klären. Angesichts der bekannten Verzögerungen im deutschen Justizsystem könnte eine endgültige Entscheidung jedoch noch Monate oder sogar Jahre auf sich warten lassen.

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