Rentenreform 2024: Mehr Flexibilität, staatliche Förderung und Streit um Gebühren
Ella WagnerKlingbeil offen für Änderungen im neuen Rentenreformgesetz - Rentenreform 2024: Mehr Flexibilität, staatliche Förderung und Streit um Gebühren
Deutschland steht vor einer grundlegenden Reform seines privaten Rentensystems. Ein neues Reformgesetz soll mehr Flexibilität und Transparenz für Sparer bieten und gleichzeitig strengere Kostenkontrollen einführen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat sich offen für Anpassungen gezeigt, bevor der Gesetzentwurf am Montag im Bundestag in einer Anhörung beraten wird.
Die Reform sieht die Einführung eines neuen Renten-Sparkontos vor, das Anlegern den Zugang zu verwalteten Fonds, ETFs und Staatsanleihen ermöglicht. Ein zentrales Element ist die staatliche Förderung: Sparer erhalten 30 Cent für jeden gesparten Euro – bis zu 1.200 Euro jährlich – sowie zusätzlich 20 Cent pro Euro für die nächsten 600 Euro, die sie im Jahr zurücklegen.
Der Entwurf beinhaltet eine Kostenobergrenze von 1,5 Prozent für das Standardprodukt, das einfach und unkompliziert mit Online-Registrierung nutzbar sein soll. Diese Deckelung stößt jedoch bei Verbraucherschützern und im Bundesrat auf Kritik. Klingbeil betonte zwar die Notwendigkeit klarer Kostenbegrenzungen, bleibt aber im weiteren Gesetzgebungsverfahren offen für Änderungen.
Am Montag wird der Bundestag den Gesetzentwurf in einer Anhörung prüfen, bei der vor allem die Kostenobergrenze und weitere Details diskutiert werden dürften.
Sollte die Reform verabschiedet werden, würde sie die privaten Altersvorsorgeoptionen in Deutschland neu gestalten. Sparer könnten von niedrigeren Gebühren, staatlichen Anreizen und einer größeren Auswahl an Anlageformen profitieren. Die endgültige Fassung des Gesetzes hängt vom Ergebnis der anstehenden parlamentarischen Beratungen ab.