Sachsen-Anhalt fordert Energiewende mit Wasserstoffkraftwerk und sozialem Schutz
Hannah HofmannSachsen-Anhalt fordert Energiewende mit Wasserstoffkraftwerk und sozialem Schutz
Sachsen-Anhalt drängt auf grundlegende Änderungen in der deutschen Energiepolitik, während sich das Bundesland auf die Stilllegung des Kraftwerks Schkopau vorbereitet. Der Energieminister des Landes fordert niedrigere Kosten, besseren Schutz der Infrastruktur und den Bau eines neuen wasserstofffähigen Gaskraftwerks, um die künftige Versorgung zu sichern.
Das Kraftwerk Schkopau, das derzeit jährlich fünf Millionen Tonnen Braunkohle aus dem Tagebau Profen verbrennt, soll bis Ende 2034 vom Netz gehen. Seine Kapazität von 900 Megawatt wird durch ein wasserstofftaugliches Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk (GuD) ähnlicher Größe ersetzt, um auch über dieses Datum hinaus die Energiesicherheit zu gewährleisten.
Auf der jüngsten Energieministerkonferenz setzten sich Sachsen-Anhalt und Sachsen dafür ein, dass die Bundesregierung ostdeutsche Standorte in ihre Kraftwerksstrategie einbezieht. Die Minister unterstützten zudem Forderungen nach sozialen Absicherungen, um Arbeiter und Gemeinden zu schützen, die von der Energiewende betroffen sind.
Das Treffen fand statt, nachdem es im Januar 2026 zu einem Cyberangriff auf das Berliner Stromnetz gekommen war. Als Reaktion darauf vereinbarten die Länder, die kritische Infrastruktur zu stärken, darunter ein neues standardisiertes System zur Meldung von Daten öffentlicher Infrastruktur. Zudem verpflichteten sie sich zur Schaffung einer strategischen Gasreserve und hoben dabei die Rolle Sachsen-Anhalts hervor, das mit 15,8 Prozent der deutschen Speicherkapazität – vor allem durch Kavernenspeicher in Bernburg, Staßfurt und Bad Lauchstädt – einen zentralen Beitrag leistet.
Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann betonte die Dringlichkeit, Energie wieder bezahlbar zu machen, und warnte, dass hohe Kosten die öffentliche Unterstützung für die Energiewende gefährden könnten.
Die Stilllegung des Kraftwerks Schkopau und der geplante Bau des Gaskraftwerks markieren einen Wandel in der Energielandschaft Sachsen-Anhalts. Mit neuen Sicherheitsmaßnahmen und dem Vorstoß für niedrigere Preise strebt das Land einen Ausgleich zwischen Dekarbonisierung und zuverlässiger Versorgung an. Die nächsten Schritte der Bundesregierung werden entscheiden, wie sich diese Pläne entwickeln.






