19 March 2026, 14:06

Sachsen-Anhalt: Immer weniger Viertklässler erhalten eine Gymnasialempfehlung

Gruppe von Schülern marschiert in Berlin mit einem bunt bemalten "Students for Future"-Schild an Gebäuden, Bäumen und Himmel vorbei.

Links: Krise an Haupt- und Realschulen - Sachsen-Anhalt: Immer weniger Viertklässler erhalten eine Gymnasialempfehlung

Immer weniger Grundschüler in Sachsen-Anhalt erhalten eine Empfehlung für das Gymnasium. Das zeigen die jüngsten Zahlen. Der Trend sorgt für Besorgnis, da sich die Schülerzahlen zunehmend zu Sekundar- und Gemeinschaftsschulen verlagern – viele von ihnen kämpfen bereits mit Personalmangel. Kritiker warnen, dass das Ungleichgewicht die bestehenden Probleme im Bildungssystem des Landes weiter verschärft.

Im Schuljahr 2024/25 erhielten nur noch 36,2 Prozent der Viertklässler eine Gymnasialempfehlung. Im folgenden Jahr 2025/26 sank dieser Wert weiter auf 35 Prozent. Auch die tatsächliche Übertrittsquote auf Gymnasien ging zurück: von 41,9 auf 40,2 Prozent im selben Zeitraum.

Die Entwicklung fällt zusammen mit der Tatsache, dass Sachsen-Anhalt bereits den niedrigsten Anteil an Schülern mit Hochschulreife in ganz Deutschland verzeichnet. Gleichzeitig steigen die Schülerzahlen an Sekundar- und Gemeinschaftsschulen wieder an, nachdem sie zuvor rückläufig waren. Während diese Schulen im Jahr 2020/21 noch rund 25.000 Schüler zählte, sind es aktuell etwa 12.000 – doch die Nachfrage nach Plätzen nimmt erneut zu.

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Der Lehrkräftemangel verschärft die Lage zusätzlich. Gymnasien decken derzeit 98 Prozent ihres Unterrichtsbedarfs ab, während Sekundarschulen nur auf 87 Prozent kommen. Die Linke kritisiert die wachsende Kluft und macht dafür politische Weichenstellungen verantwortlich, etwa das neue ergänzende Verfahren zur schulischen Berufsberatung. Dieses System, so die Partei, dränge immer mehr Schüler in unterversorgte Schulen, während Gymnasien von besseren Personalausstattungen profitierten.

Die Abkehr vom Gymnasium setzt Sekundar- und Gemeinschaftsschulen zunehmend unter Druck. Mit weniger Lehrkräften und steigenden Schülerzahlen klappt die Ressourcenverteilung immer weniger. Die Landesregierung steht nun vor der Aufgabe, die Schieflage zu korrigieren, um eine weitere Belastung des Bildungssystems zu verhindern.

Quelle