Sachsen-Anhalt lehnt Atomkraft-Renaissance ab – "Unrealistisch und riskant"
Clara HofmannSachsen-Anhalt lehnt Atomkraft-Renaissance ab – "Unrealistisch und riskant"
Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat eine Rückkehr zur Kernenergie in Deutschland ausgeschlossen. Er bezeichnete den Vorschlag als unrealistisch und warnte, dass Verzögerungen bei der Energiewende der Wirtschaft, den Menschen und der Umwelt schaden würden. Seine Äußerungen erfolgten zu einer Zeit, in der einige Stimmen angesichts vergangener Katastrophen und aktueller Versorgungsängste eine Renaissance der Atomkraft fordern.
Willingmann verwies auf die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 als mahnendes Beispiel für die Risiken der Kernenergie. Die Explosion am 26. April jenes Jahres zwang 350.000 Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Langfristige Folgen wie Krebserkrankungen führten Schätzungen zufolge zu 100.000 zusätzlichen Todesfällen.
Er wies Pläne zurück, stillgelegte Meiler wieder in Betrieb zu nehmen, und begründete dies mit fortgeschrittenen Rückbauarbeiten und fehlenden Industriepartnern. Der Bau neuer Kraftwerke, so Willingmann, würde Jahrzehnte dauern und Milliarden kosten – ohne die aktuellen Energieprobleme zu lösen.
Stattdessen plädierte der Minister für einen konsequenten Ausbau der Erneuerbaren. Wind-, Solar- und andere Ökoenergien, so seine Argumentation, würden eine stabile und bezahlbare Versorgung sichern. Kernkraft sei weder schnell umsetzbar noch kostengünstig, während Erneuerbare sofortige und nachhaltige Lösungen böten.
Willingmanns Haltung verschließt damit vorerst die Tür für eine Atom-Renaissance in Deutschland. Die Bundesregierung setzt weiterhin auf die Beschleunigung von Projekten für erneuerbare Energien. Beamte und Experten sind überzeugt, dass dieser Weg die wirtschaftlichen, ökologischen und versorgungstechnischen Herausforderungen der kommenden Jahre besser bewältigen wird.






