Sachsen-Anhalt setzt 37 Menschen 2026 in Abschiebehaft – neues Gefängnis geplant
Clara Hofmann37 Personen in Sachsen-Anhalt 2025 zur Abschiebung festgenommen - Sachsen-Anhalt setzt 37 Menschen 2026 in Abschiebehaft – neues Gefängnis geplant
Sachsen-Anhalt nahm 2026 37 Menschen in Abschiebehaft
Im vergangenen Jahr wurden in Sachsen-Anhalt 37 Personen in Abschiebehaft genommen. Da das Bundesland über keine eigenen Haftplätze verfügt, wurden die Inhaftierten in anderen Bundesländern untergebracht. Unter den Betroffenen befanden sich Staatsbürger aus Syrien und dem Irak; als Hauptgrund für die Ingewahrsamnahme wurde Fluchtgefahr angeführt.
2026 ordneten die Behörden bei 23 Personen eine Vorführungshaft zur Vorbereitung der Abschiebung an, während 14 weitere in Abschiebehaft kamen. Wegen fehlender eigener Kapazitäten ist das Land weiterhin auf Einrichtungen in anderen Teilen Deutschlands angewiesen.
Im Vorjahr waren 576 abgelehnte Asylbewerber und andere ausreisepflichtige Ausländer zwangsweise abgeschoben worden. Zudem verließen 2025 insgesamt 1.027 Menschen das Land freiwillig. Für das Jahr 2023 liegen keine Zahlen vor, und auch detaillierte Aufschlüsselungen nach Nationalitäten für frühere Inhaftierungen wurden nicht veröffentlicht.
Aktuell entsteht in Volkstedt ein neues Abschiebegefängnis, das voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 in Betrieb genommen wird. Die Einrichtung soll die derzeitige Lücke bei den Haftplätzen vor Ort schließen.
Das geplante Abschiebehaftzentrum in Volkstedt wird Sachsen-Anhalt ab Ende 2027 über eigene Kapazitäten verfügen lassen. Bis dahin bleibt das Land darauf angewiesen, Inhaftierte in andere Bundesländer zu verlegen. Die meisten Fälle von Abschiebehaft im Jahr 2026 standen im Zusammenhang mit der Befürchtung, die Betroffenen könnten sich der Abschiebung entziehen.