15 March 2026, 12:05

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident fordert drastische Senkung der Energiesteuern auf Sprit

Ein Plakat bewirbt die Elektrostadt Bergbahn, Deutschland, mit Bildern von Gebäuden, Bäumen, Hügeln und beschreibendem Text.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident fordert drastische Senkung der Energiesteuern auf Sprit

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat die Bundesregierung aufgefordert, die Energiesteuern auf Kraftstoffe drastisch zu senken. Hohe Abgaben trieben seiner Meinung nach die Preise in die Höhe – Steuern machten derzeit 50 bis 65 Prozent des Preises an der Zapfsäule aus. Sein Appell kommt zu einer Zeit, in der Autofahrer mit stark gestiegenen Spritkosten konfrontiert sind: Ein Liter Super E10 kostet mittlerweile 1,94 Euro – deutlich über dem Niveau vor der Krise.

Schulze kritisierte das aktuelle System, bei dem nicht nur auf den Kraftstoff selbst, sondern auch auf die Energiesteuer und die CO₂-Abgabe Mehrwertsteuer erhoben wird. Dies bezeichnete er als "Steuer auf Steuern" und forderte umgehende Reformen. Sein Vorschlag sieht vor, die Energiesteuern so lange zu senken, bis sich der Markt stabilisiert hat, um die Preise auf das Niveau von 2021 zurückzuführen – damals lag Super E10 bei etwa 1,58 Euro und Diesel bei 1,40 Euro pro Liter.

2022 hatte die Bundesregierung die Energiesteuern bereits für drei Monate gesenkt, um die Belastung für Autofahrer zu verringern. Schulze plädiert nun für ähnliche Maßnahmen und strebt an, den Dieselpreis bis 2025 auf durchschnittlich 1,60 Euro pro Liter zu drücken. Zudem betont er, dass Entlastungen direkt bei den Verbrauchern ankommen müssten, und fordert das Bundeskartellamt auf, faire Preise zu überwachen.

Bei den aktuellen Preisen setzt sich ein Liter Super E10 zu 1,94 Euro aus 65 Cent Energiesteuer, 15 bis 18 Cent CO₂-Steuer und 31 Cent Mehrwertsteuer zusammen. Diese Zahlen zeigen, wie stark Steuern den Endpreis für Autofahrer belasten.

Schulzes Plan zielt darauf ab, die Energiesteuern so lange zu reduzieren, bis sich die Marktbedingungen verbessern. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, könnten die Spritpreise wieder in etwa das Niveau von vor 2022 erreichen. Nun liegt der Vorschlag beim Bundesfinanzminister, der eine Stellungnahme abgeben soll.

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