03 May 2026, 20:05

Sachsen plant Studiengebühren für ausländische Studierende – mit Rückzahl-Trick

Ein Plakat mit einer US-Karte, auf der farblich kodierte Regionen verschiedene Arten der Bevölkerungswanderung veranschaulichen, begleitet von erklärendem Text.

Sachsen plant Studiengebühren für ausländische Studierende – mit Rückzahl-Trick

Sachsens AfD schlägt Studiengebühren für internationale Studierende vor – mit Rückerstattungsoption

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

An deutschen staatlichen Hochschulen wird in der Regel kein Studiengeld erhoben – mit Ausnahme von Zweitstudiengängen in einigen Bundesländern, wo Gebühren von bis zu 700 Euro pro Semester anfallen können. Nun hat die AfD-Fraktion in Sachsen vorgeschlagen, internationale Studierende mit 1.500 Euro pro Semester zu belasten – allerdings mit der Option einer Rückerstattung, falls sie nach ihrem Abschluss fünf Jahre lang im Freistaat bleiben und arbeiten. Der Plan sorgt für Diskussionen, während Deutschland mit wirtschaftlichen Herausforderungen und einem schrumpfenden Arbeitsmarkt kämpft.

Die meisten Bundesländer erheben keine Studiengebühren, doch Baden-Württemberg verlangt bereits 1.500 Euro pro Semester von nicht-europäischen internationalen Studierenden. Das sächsische AfD-Modell orientiert sich daran und sieht eine teilweise Erstattung vor, wenn Absolventen fünf Jahre lang in der Region bleiben und Steuern zahlen. Befürworter argumentieren, dass dies Fachkräftemangel lindern könnte, indem qualifizierte Arbeitskräfte im Land gehalten werden.

Eine Studie des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) zeigt, dass jede Gruppe von 1.000 internationalen Erstsemestern der deutschen Wirtschaft über 44 Jahre hinweg 620 Millionen Euro einbringt. Selbst bei geringer Bleibequote könnten die 79.000 internationalen Studierenden, die 2022 ihr Studium begannen, einen öffentlichen Überschuss von 7,36 Milliarden Euro generieren. Hochqualifizierte Absolventen würden zudem helfen, Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen.

In zwei Dritteln der europäischen Länder zahlen internationale Studierende bereits Sondergebühren, wobei 30 Prozent der Länder über 500 Euro pro Semester verlangen. Gleichzeitig benötigt Deutschlands Arbeitsmarkt laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bis 2035 jährlich 400.000 Netto-Zuwanderer, um stabil zu bleiben. Ohne ausreichend Fachkräfte droht dem Land aufgrund von Faktoren wie hohen Energiekosten, Bürokratie und Bildungsdefiziten ein Jahrzehnt stagnierenden Wirtschaftswachstums.

Sollte der sächsische Plan Erfolg haben, könnten andere Bundesländer ähnliche Modelle übernehmen. Die Initiative zielt darauf ab, Einnahmen mit Fachkräftebindung in Einklang zu bringen – doch Kritiker warnen, dass höhere Gebühren internationale Talente abschrecken könnten.

Der AfD-Vorschlag könnte die Finanzierung der Hochschulbildung in Deutschland neu gestalten und gleichzeitig den Fachkräftemangel angehen. Bei einer Umsetzung könnte er als Vorbild für andere Bundesländer dienen, die unter wirtschaftlichem Druck stehen. Entscheidend wird sein, ob der Anreiz der Rückerstattung Absolventen langfristig im Land hält.

Quelle