14 March 2026, 18:07

SAP kämpft mit Kurssturz und Sicherheitslücken – kann die KI-Strategie retten?

Eine Gruppe von Menschen in Uniformen und Hüten steht mit einem Banner im Hintergrund, mit Text oben und unten, der lautet "Das aktuelle Ranglistensystem der SAP wurde am 1. April 2010 eingeführt."

SAP kämpft mit Kurssturz und Sicherheitslücken – kann die KI-Strategie retten?

SAP steht vor einem schwierigen Start ins Jahr 2026, während der Aktienkurs nahe einem 52-Wochen-Tief verbleibt. Der Börsenwert des Unternehmens ist seit seinem Höchststand zu Beginn des Jahres 2025 um über 40 Prozent eingebrochen, die Aktie notiert bei etwa 165,74 Euro. Anleger blicken nun gespannt auf die anstehenden Quartalszahlen für das erste Quartal, in der Hoffnung auf Anzeichen einer Erholung – insbesondere bei den KI-gestützten Cloud-Diensten.

Der Kursverfall folgt der Entdeckung zweier schwerwiegender Sicherheitslücken in der SAP-Unternehmenssoftware, die Angreifern die Ausführung von Remote-Code oder die Überlastung von Systemressourcen ermöglichen könnten. Diese Schwachstellen, die im März 2026 aufgedeckt wurden, haben die ohnehin bestehenden Bedenken hinsichtlich der Unternehmensperformance weiter verstärkt. Aktionäre verzeichnen in diesem Jahr bereits Verluste von nahezu 29 Prozent, wodurch die Marktkapitalisierung von SAP auf rund 194 Milliarden Euro gesunken ist – nach über 330 Milliarden Euro im Jahr 2025.

Analysten haben ihre Prognosen nach unten korrigiert. Zacks Research stufte die Aktie von "Starker Kauf" auf "Halten" herab, während Barclays das Kursziel von 348 auf 283 US-Dollar senkte. BMO Capital ging noch einen Schritt weiter und reduzierte sein Ziel von 320 auf 245 US-Dollar. Die Herabstufungen spiegeln die Enttäuschung über verfehlte Cloud-Auftragsbestände und eine nachlassende Wachstumsdynamik wider.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt das Kerngeschäft von SAP stabil. Die Cloud-Umsätze stiegen 2025 um 23 Prozent, und ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 10 Milliarden Euro läuft bereits. Der KI-Assistent Joule des Unternehmens kommt mittlerweile in über 210 Anwendungsfällen weltweit zum Einsatz – ein Zeichen für Fortschritte bei der Neuausrichtung auf Cloud- und KI-Dienste.

Der nächste entscheidende Moment steht am 23. April 2026 an, wenn SAP die Quartalszahlen für das erste Quartal vorlegt. Anleger werden genau prüfen, ob sich die KI-Investitionen in kommerziellen Erfolg umsetzen lassen.

Die SAP-Aktie notiert derzeit nur noch 0,47 Prozent über ihrem Jahresiefststand. Der anstehende Geschäftsbericht muss klare Erfolge der KI-Strategie aufzeigen, um das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen. Ohne greifbare Verbesserungen könnte die Marktposition des Unternehmens in den kommenden Monaten weiter unter Druck geraten.

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