Söder drängt Bundesregierung zu mehr Tempo – und übt scharfe Kritik an Merz
Clara HofmannSöder drängt Bundesregierung zu mehr Tempo – und übt scharfe Kritik an Merz
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Bundesregierung zu schnellerem Handeln aufgefordert. In einem Interview mit der Bild am Sonntag mahnte er die Führungsspitze, Entscheidungen zu beschleunigen, statt Diskussionen in die Länge zu ziehen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Regierung wegen ihres Tempos und der Bewältigung zentraler Themen in der Kritik steht.
Söder räumte ein, dass die Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz in ihrem ersten Amtsjahr mit Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Zwar stehe er weiterhin hinter den Zielen der Regierung, doch seien die bisherigen Ergebnisse „nicht überzeugend“. Äußere Belastungen wie US-Zölle und die zweite Energiekrise innerhalb von fünf Jahren verschärften die Lage zusätzlich.
Der CSU-Vorsitzende wies zudem Vorwürfe zurück, Merz regiere zu technokratisch – ähnlich einer Unternehmensführung. Gleichzeitig warnte er vor einer Lähmung der Koalition und betonte, dass die parlamentarische Demokratie reibungslos funktionieren müsse.
Auf Nachfrage zu Berichten über heftige Auseinandersetzungen zwischen Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) wollte sich Söder nicht äußern. Eine vorzeitige Zerrüttung der Koalition schloss er jedoch entschieden aus und forderte Geduld, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern.
Söders Forderungen spiegeln die wachsende Unzufriedenheit mit den zögerlichen Fortschritten der Regierung wider. Sein Appell zu schnelleren Entscheidungen steht für die allgemeine Sorge, ob Deutschland die wirtschaftlichen und energetischen Probleme bewältigen kann. Vorerst unterstützt er die Koalition weiter – mahnt aber sichtbare Verbesserungen an.






