Sozialexperte warnt: Wohngeld-Kürzungen treffen Geringverdiener am härtesten
Clara HofmannSozialexperte warnt: Wohngeld-Kürzungen treffen Geringverdiener am härtesten
Die Kritik an den jüngsten Sparmaßnahmen der Bundesregierung wächst – insbesondere an den Kürzungen bei der Wohnungsförderung. Torsten Rock, eine bekannte Stimme in der Sozialpolitik, hat schwere Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf einkommensschwache Haushalte geäußert. Seiner Meinung nach werden die geplanten Streichungen vor allem diejenigen treffen, die ohnehin schon am stärksten kämpfen.
Die Regierung plant, die Mittel für den Wohngeldzuschuss um eine Milliarde Euro zu kürzen – ein Schritt, den Rock als kurzsichtig bezeichnet. Zwar würde diese Kürzung den Staatshaushalt kaum belasten, doch sie würde über eine Million Haushalte direkt treffen. Viele dieser Familien geben bereits fast die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens allein für Miete aus.
Rock warnte, dass die Streichung des Wohngelds noch mehr Menschen in die Grundsicherung drängen werde, was etwaige Einsparungen zunichtemachen würde. Zudem hinterfragte er die Logik hinter den Kürzungen: Die steigenden Wohngeldkosten seien auf explodierende Mieten zurückzuführen – nicht auf übermäßige Staatsausgaben. Statt die Hilfen zu kürzen, forderte er die Politik auf, die Ursache des Problems anzugehen: die ungebremsten Mietsteigerungen großer Immobilienkonzerne.
Diese Konzerne, so Rock, schütten enorme Summen an Aktionäre aus – teilweise finanziert durch die Steuerzahler über das Wohngeld. Er argumentierte, dass eine Senkung der Mieten weitaus wirksamer wäre, um die Kosten zu drücken, als Mieter zu bestrafen. Ohne strengere Mietpreisbremse verlagere die Regierung die Last lediglich auf diejenigen, die sie am wenigsten tragen könnten.
Die geplanten Kürzungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Wohngeld für Geringverdiener und kleine Rentner eine Überlebenshilfe darstellt. Rock betonte, dass die Maßnahmen die Armut in ohnehin schon finanziell belasteten Regionen weiter verschärfen könnten.
Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Haushaltskonsolidierung und sozialem Schutz. Rocks Warnungen deuten darauf hin, dass die geplanten Kürzungen ohne Kurskorrektur die Wohnungsnot für viele verschlimmern könnten. Die Regierung steht nun unter Druck, ihr Gleichgewicht zwischen Haushaltsdisziplin und der Unterstützung bedürftiger Haushalte neu zu überdenken.






