Urteil im Prozess um gezielte Überfälle auf schwule Männer über Dating-Apps
Maximilian SchmidtUrteil im Prozess um gezielte Überfälle auf schwule Männer über Dating-Apps
Am kommenden Dienstag um 9:00 Uhr wird das Urteil im Prozess gegen sechs Angeklagte verkündet, die beschuldigt werden, über Dating-Apps gezielt schwule Männer ins Visier genommen zu haben. Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) wurden in den vergangenen Monaten Beweise für gewalttätige Raubüberfälle und Körperverletzungen verhandelt. Die Gruppe soll demnach gefälschte Profile genutzt haben, um Opfer an abgelegene Orte zu locken und sie dort zu überfallen.
Die Angeklagten – drei junge Erwachsene und drei Jugendliche – müssen sich wegen schweren Raubes und Körperverletzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, ihre Straftaten systematisch dokumentiert zu haben, was die Schwere des Falls zusätzlich unterstreicht. Aufgrund des Alters einiger Beteiligter fanden große Teile der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Ermittler fanden keine Hinweise auf ein organisiertes Netzwerk oder politische Motive hinter den Angriffen. Stattdessen deuten die Beweise auf ein Muster gezielter Gewalt hin: Die Opfer wurden nach einer Täuschung in abgelegene Gegenden gelockt und dort überfallen.
Die Urteilsverkündung erfolgt in einer öffentlichen Sitzung und markiert damit das Ende eines Prozesses, der großes mediales Interesse auf sich gezogen hat.
Das Gericht wird über die rechtlichen Konsequenzen für die sechs Angeklagten entscheiden. Die Behörden betonten, dass die Taten nicht im Zusammenhang mit extremistischen Strukturen stehen. Die Urteilsbegründung wird am Dienstagmorgen vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) erwartet.






