BSW-Vorsitzende: Russisches Pipeline-Öl für PCK Schwedt erneut - USA lockern Ölsanktionen gegen Russland – doch nur bis April
Die USA haben die Sanktionen gegen russisches Öl vorübergehend gelockert und ermöglichen es Ländern, bereits unterwegs befindliche Lieferungen zu kaufen. Die Ausnahme, die vom US-Finanzbeamten Scott Bessent bekannt gegeben wurde, soll die globale Ölversorgung stärken, läuft jedoch am 11. April aus. Unterdessen hat Deutschland seine Energiestrategie umgestellt und setzt nicht mehr auf russisches Gas, sondern auf Flüssigerdgas-Importe (LNG) und andere Bezugsquellen.
Seit dem Sommer 2022 fließt kein russisches Gas mehr durch die Pipeline Nord Stream 1, und Nord Stream 2 wurde nie in Betrieb genommen. Deutschland reagierte mit dem Bau neuer LNG-Terminals, erhöhten Pipeline-Importen aus Norwegen und Westeuropa sowie dem Kauf von US-amerikanischem Flüssigerdgas. Die von Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche geführte Regierung schließt eine Wiederinbetriebnahme der sanktionierten Nord-Stream-Pipelines aus – trotz höherer Kosten durch LNG-Engpässe und globaler Spannungen wie der Iran-Krise.
Die PCK-Raffinerie in Schwedt, Brandenburg, war einst vollständig auf russisches Öl aus der Druschba-Pipeline angewiesen. Nach dem Ukraine-Krieg stellte sie auf alternative Lieferungen um. Die Raffinerie versorgt Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Teile Westpolens, darunter den Flughafen Berlin Brandenburg, mit Kraftstoff, Heizöl, Kerosin und anderen Produkten.
Amira Mohamed Ali, Vorsitzende des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), bezeichnete die US-Entscheidung zur Lockerung der Ölsanktionen als sinnvollen Schritt. Zudem forderte sie eine Rückkehr zu russischem Pipeline-Öl für die PCK-Raffinerie und drängte auf die Wiederaufnahme der Nord-Stream-Gaslieferungen nach Deutschland.
Die vorübergehende US-Ausnahme für russische Öllieferungen läuft am 11. April aus. Deutschlands Energiewende hat die Versorgung durch LNG und europäische Pipelines gesichert, doch die Kosten bleiben hoch. Gleichzeitig setzen sich politische Stimmen wie die von Mohamed Ali weiterhin für eine Rückkehr zu russischen Energieimporten ein.