16 March 2026, 00:50

Van Aken enthüllt Clan-Korruption in der AfD-Bundestagsfraktion und fordert harte Konsequenzen

Eine Karikatur auf einem Blatt Papier, die Reformchampions zeigt, die ein Monster namens "Korruption" besiegen, mit dem Text "Die Reformchampions zerstören das Monster der Korruption."

Van Aken enthüllt Clan-Korruption in der AfD-Bundestagsfraktion und fordert harte Konsequenzen

Linkspartei-Chef Jan van Aken fordert Untersuchungen zu Vorwürfen der Vetternwirtschaft in der AfD-Bundestagsfraktion. Er wirft der Partei vor, Angehörige von Abgeordneten mit öffentlichen Geldern eingestellt zu haben – ein schwerwiegender Missbrauch von Steuergeldern. Die Vorwürfe betreffen mittlerweile sowohl die Landes- als auch die bundestag live. Erstmals aufgetaucht sind die Anschuldigungen in Sachsen-Anhalt, wo mindestens vier AfD-Funktionäre beschuldigt werden, Familienmitglieder beschäftigt zu haben. Darunter sind Ulrich Siegmund, Fraktionsvorsitzender, Tobias Rausch, parlamentarischer Geschäftsführer, sowie Martin Reichardt, Landesparteichef. Auch die Bundestagsabgeordnete Claudia Weiss gerät in die Kritik, nachdem ihre Tochter angeblich von der Landesfraktion angestellt worden sein soll.

Van Aken bezeichnete die Praxis als "die übelste Form der Clan-Korruption". Er drängt auf eine umfassende Überprüfung aller Arbeitsverträge im bundestag und fordert die Verwaltung auf, familiäre Verbindungen zwischen AfD-Abgeordneten und deren Mitarbeitern zu prüfen. Darüber hinaus verlangt er eine Kontrolle externer Verträge der Fraktion, um zu klären, ob Angehörige finanziell profitiert haben.

Doch der Linkspartei-Chef begnügt sich nicht mit Ermittlungen: Er fordert die Entlassung aller unrechtmäßig beschäftigten Familienmitglieder sowie die Rückzahlung missbräuchlich verwendeter Personalkostenzuschüsse. Um künftige Interessenkonflikte zu vermeiden, schlägt van Aken ein generelles Verbot von "Seilschaften" in Bundestag und Landesparlamenten vor. Schätzungen zufolge könnten bundesweit bis zu 72 AfD-Bundestagsabgeordnete in ähnliche Familienbeschäftigungsstrukturen verwickelt sein.

Die Forderungen kommen vor dem Hintergrund wachsender Bedenken hinsichtlich der Transparenz bei politischen Einstellungspraktiken. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnten sie zu Entlassungen, finanziellen Rückforderungen und strengeren Regeln für parlamentarische Anstellungen führen. Van Akens Druck auf eine bundesweite Untersuchung der abstimmung bundestag heute deutet darauf hin, dass das Problem weit über Sachsen-Anhalt hinausreicht.

AKTUALISIERUNG

Bundestagsdebatte scheitert an AfD-Nepotismus-Vorwürfen

Die Bundestagsdebatte am 26. Februar 2026 führte zu keinem rechtlichen Vorgehen gegen die mutmaßlichen Nepotismus-Vorwürfe der AfD. Wichtige Punkte:

  • Die Vorsitzende der Grünen, Claudia Müller, bezeichnete die AfD als eine "kriminelle Familienclan", wobei sie rechtliche Lücken nannte.
  • Trotz Vorwürfen von potenziellen Missbrauch von 1,5 Millionen Euro in Niedersachsen wurden keine konkreten Beweise für rechtliche Verstöße präsentiert.
  • Die AfD verteidigte sich, indem sie den Skandal mit vergangenen Kontroversen anderer Parteien verglich, darunter die "Verwandtenaffäre" der CSU und die "Maskenverträge" von Jens Spahn.